> > > Arbeitsgericht: Befristete Verträge für Bühnenarbeiter nicht rechtens
Freitag, 21. September 2018

Theater Freiburg, © Joergens.mi

Theater Freiburg, © Joergens.mi unter CC BY-SA 3.0

Bühnenarbeiter zählen nach Auffassung des Gerichts nicht zum künstlerischen Personal

Arbeitsgericht: Befristete Verträge für Bühnenarbeiter nicht rechtens

Freiburg, . Drei Bühnentechniker, die vor dem Freiburger Landesarbeitsgericht gegen die Befristung ihrer Arbeitsverträge durch das Theater Freiburg geklagt hatten, haben Recht bekommen. Das Gericht hat einem Bericht der Badischen Zeitung zufolge entschieden, dass sie nicht als Künstler gelten und ihre Verträge somit entfristet werden müssen. Damit wird die Praxis infrage gestellt, die Beschäftigung von Bühnenarbeitern nicht an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes zu orientieren, sondern an dem für das künstlerische Personal geltenden „Normalvertrag (NV) Bühne“. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden besteht darin, die Beschäftigung des künstlerischen Personals über mehrere Jahre als befristetes Arbeitsverhältnis anzulegen. Diese Möglichkeit ist nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts Freiburg nicht rechtens.

Begründet wird das Urteil damit, dass Bühnenarbeiter nicht "überwiegend künstlerisch" tätig seien, wie es für die Tätigkeit des künstlerischen Personal konstituierend sei. Das Gericht gab einem Tontechniker, einer Beleuchterin und einem Veranstaltungstechniker recht, die auf unbefristete Verträge nach dem TVöD pochten, da ihr Arbeitsalltag nicht durch eine künstlerische Tätigkeit geprägt sei. Die Einordnung, ob eine künstlerische Tätigkeit vorliege, hat sich in der Vergangenheit allein am Wortlaut des Arbeitsvertrags orientiert, nicht an der konkreten Ausübung der Tätigkeit am Theater.

Das Landesarbeitsgericht hat damit das Urteil des Freiburger Arbeitsgerichts vollumfänglich bestätigt. Aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung des Falles ließ das Gericht aber die Revision zum Bundesarbeitsgericht in Erfurt zu. Das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig.

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