> > > Niedrige Zinsen: Götz-Friedrich-Preis in finanziellen Nöten
Mittwoch, 20. März 2019

Euro und EZB-Chef Mario Draghi, © Aichi8Seiran / pixabay

Euro und EZB-Chef Mario Draghi, © Aichi8Seiran / pixabay unter CC0 Creative Commons

Opernkonferenz übernimmt Finanzierung

Niedrige Zinsen: Götz-Friedrich-Preis in finanziellen Nöten

Berlin, . Der Götz-Friedrich-Preis, mit dem besondere Leistungen auf dem Gebiet der Musiktheater-Regie gewürdigt wurden, wird in neue Hände gelegt. Zukünftig wird aufgrund der anhaltenden Niedrigzins-Phase nicht mehr die Stiftung des Regisseurs Götz Friedrich den Preis vergeben; stattdessen wird der Preis in die Hände der Deutschsprachigen Opernkonferenz gelegt. Der Preis, der dazu dient, besonders Begabten unter dem Nachwuchs an Opernregisseuren eine Chance zu geben, wird als Preis der Deutschsprachigen Opernkonferenz vergeben und soll in zweijährigem Turnus verliehen werden. Die Deutsche Opernkonferenz ist ein 1957 gegründeter Verbund deutscher, österreichischer und schweizerischer Opernhäuser sowie assoziierter Mitglieder in London, Mailand und Paris. Den Vorsitz der Jury aus vier Opernintendanten hat Bernd Loebe von der Oper Frankfurt. Weitere Jury Mitglieder sind Andreas Homoki vom Opernhaus Zürich, Barrie Kosky von der Komischen Oper Berlin und Christoph Meyer von der Deutschen Oper am Rhein. Fünftes Mitglied der Jury ist der neue Geschäftsführer des Götz-Friedrich-Preises, Bernd Feuchtner.

Der Götz-Friedrich-Preis wurde in den vergangenen Dekaden unter anderem an Preisträger wie Franziska Severin, Stefan Herheim, Sebastian Baumgarten, Benedikt von Peter, Elisabeth Stöppler und jüngst Yuval Sharon oder Mizgin Bilmen verliehen. In einer Mitteilung heißt es: "Wenn das Stiftungskapital aufgrund politischer Entscheidungen nichts mehr abwirft, können weder Preisgelder noch die notwendigen Reisen der Jurymitglieder bezahlt werden."

Bereits seit mehreren Jahren leiden Stiftungen, Krankenkassen und Lebensversicherungsgesellschaften an der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, da die Kapitalerträge ihrer Rücklagen drastisch zurückgehen. Dies wirkt sich negativ auf die Arbeit zahlreicher Stiftungen aus und beeinträchtigt etwa die Förderung von Kunst und Wissenschaft durch Stiftungen sowie die sozial ausgerichtete Stiftungsarbeit. Die dramatische Lage veranlasste den Bundesverband Deutscher Stiftungen dazu, eine Reform des Stiftungsrechts anzumahnen sowie den Stiftungen neue Wege der Kapitalmehrung zu empfehlen, etwa durch Unternehmens- und Immobilieninvestitionen.

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