> > > Theater Rostock: Streit mit früherem Intendanten geht in neue Runde
Sonntag, 22. Juli 2018

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Sewan Latchinian, © Steffen Rasche

Sewan Latchinian, © Steffen Rasche

Gerichtliche Bestätigung der widerrechtlichen Kündigung Sewan Latchinians wird angefochten

Theater Rostock: Streit mit früherem Intendanten geht in neue Runde

Rostock, . Der Streit zwischen dem früheren Intendanten des Volkstheaters Rostock, Sewan Latchinian, und dem Theater geht in die nächste Runde. Die Volkstheater Rostock GmbH will das Urteil des Oberlandesgerichts, das vor wenigen Wochen die Unrechtmäßigkeit der fristlosen Entlassung Latchinians bestätigt hatte (klassik.com berichtete), nicht hinnehmen. Im Dezember hatte das Landgericht Rostock festgestellt, dass es zwar zu einer Verletzung der Verschwiegenheitspflicht durch den früheren Intendanten gekommen sei, diese allerdings nicht zur Begründung einer vorzeitigen Aufkündigung des Vertrags durch die Hansestadt Rostock ausreiche. Dieser Einschätzung hat sich das Oberlandesgericht in seinem abschließenden Urteil angeschlossen. Da das Oberlandesgericht die Möglichkeit einer Berufung ausgeschlossen hatte, hat das Theater nun eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof eingereicht.

Grund für die Abberufung des Intendanten im Juni 2016 war nach Ansicht der Hansestadt Rostock ein gestörtes Vertrauensverhältnis, das in der angeblichen Weitergabe vertraulicher Informationen begründet gewesen sei. Damit hätte Latchinian dem Ansehen des Theaters geschadet. Über die Weitergabe interner Informationen hinaus habe Sewan Latchinian den geplanten Umstrukturierungsprozess am Volkstheater behindert; auch die Vorbereitung der nächsten Spielzeit sei unzureichend gewesen. Der damalige Intendant wurde dafür kritisiert, die Umstrukturierung des Volkstheaters Rostock im Zuge der organisatorischen Neugestaltung der Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu behindern. Bereits 2015 war Latchinian zeitweilig als Intendant entlassen worden, nachdem er die Kulturpolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit der Kulturzerstörung der IS-Terroristen verglichen hatte.

Sewan Latchinian (*1961 in Leipzig) absolvierte von 1981 bis 1985 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Anschließend erhielt er ein Schauspielengagement am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Im Jahr 1986 erfolgte sein Debüt als Dramatiker mit dem Theaterstück "Grabbes Grab". Von 1988 bis 1997 war er als Schauspieler am Deutschen Theater Berlin engagiert. Seit 1993 machte er Regiearbeiten an den Schauspielhäusern Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Leipzig, am Staatstheater Cottbus, am Deutschen Theater Berlin sowie am Münchner Volkstheater. Am Rheinischen Landestheater Neuss wirkte er von 1997 bis 2003 als Oberspielleiter. Seit 2004 war er Intendant der Neuen Bühne Senftenberg. Von 2007 bis 2014 war Sewan Latchinian Mitglied im Vorstand der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins (seit 2010 stellvertretender Vorsitzender). Sein freiwilliger Austritt im Januar 2014 geschah aus Protest gegen den Tarifabschluss für die Orchester im Jahr 2013, der eine Steigerung um 8,9 Prozent vorsah und in dessen Zusammenhang das Volkstheater Rostock im Dezember 2013 aus dem Deutschen Bühnenverein ausgetreten ist. Seit der Spielzeit 2014/15 war er Intendant des Volkstheaters Rostock.

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