> > > Faust-Theaterpreis 2017 für Christoph Marthaler
Mittwoch, 20. März 2019

Weitere Auszeichnungen für die Sopranistin Gloria Rehm sowie den Bühnenbildner Sebastian Hannak

Faust-Theaterpreis 2017 für Christoph Marthaler

Leipzig, . Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler hat den Deutschen Theaterpreis "Der Faust" 2017 in der Kategorie "Regie Musiktheater" erhalten. Ausgezeichnet wurde seine Inszenierung der Oper "Lulu" von Alban Berg an der Staatsoper Hamburg. Die Auszeichnung, die in acht Kategorien samt einem Preis für das Lebenswerk vergeben wird, wurde in diesem Jahr zum zwölften Mal verliehen; die feierliche Preisverleihung fand in Anwesenheit der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung sowie der Kulturbürgermeisterin Leipzigs, Dr. Skadi Jennicke, im Schauspiel Leipzig statt. Neben Marthaler wurden auf dem Gebiet des Musiktheaters die Sopranistin Gloria Rehm für ihre Darstellung der Marie in Bernd Alois Zimmermanns Oper "Die Soldaten" ausgezeichnet. In der Kategorie "Bühnen-/Kostümbild" erhielt Sebastian Hannak einen Preis für seine Installation "Raumbühne Heterotopia" an der Oper Halle.

Im Rahmen der Preisverleihung lobte der Intendant der Hamburgischen Staatsoper, Georges Delnon, die Regiearbeiten des Preisträgers: "Christoph Marthaler ist ein Künstler, den ich seit langen Jahren kenne und schätze. Wir haben schon viele gemeinsame Projekte realisiert. Alle zeichnen sich durch die enorme Musikalität und Phantasie Christophs aus. Ich bin sehr glücklich über diese Auszeichnung, die eine großartige Produktion - aber auch unsere kontinuierliche Arbeit seit zwei Spielzeiten an der Staatsoper Hamburg - auszeichnet." Delnon nahm die Auszeichnung stellvertretend für Christoph Marthaler entgegen.

Christoph Marthaler wurde 1951 im schweizerischen Erlenbach geboren. Er studierte zunächst in Zürich Oboe sowie Blockflöte und weitere historische Instrumente. Nach einem Besuch der Pariser Theaterschule von Jacques Lecoq wirkte er in Zürich als Theatermusiker und -komponist. Zugleich machte er sich als Regisseur und Gründer einer experimentellen Theatergruppe in der Off-Theater-Szene einen Namen und realisierte Liederabende sowie Choreographien. Von 1988 bis 1993 arbeitete er am Theater Basel, später am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und an der Berliner Volksbühne. Sein erstes Stück inszenierte er 1991, drei Jahre später inszenierte er seine erste Oper, die musikalisch von Sylvain Cambreling geleitet wurde. Seitdem führte Marthaler bei zahlreichen Opernproduktionen, unter anderem in Frankfurt, Wien, Berlin und Salzburg, Regie, darunter Werke von Beethoven, Offenbach, Verdi, Debussy, Janacek, Schönberg, Berg und anderen. Bei den Bayreuther Festspielen inszenierte er 2005 Wagners "Tristan und Isolde". Von 2000 bis 2004 leitete er das Schauspielhaus Zürich. Marthaler erhielt eine Vielzahl von Preisen, darunter den Fritz-Kortner-Preis (1997), den Nestroy-Theaterpreis (2005), die Anerkennungsmedaille der Stadt Zürich für besondere kulturelle Leistungen (2004), den Kulturpreis des Kantons Zürich (2009) sowie den Hans-Reinhart-Ring (2011).

Die undotierte Auszeichnung "Der Faust" ehrt Kulturschaffende, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. Sie wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Deutschen Bühnenverein mit Unterstützung durch den Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig verliehen. Grundlage für die Vergabe des Preises sind Vorschläge der Theater. Eine Jury bestehend aus Intendanten, Ballettdirektoren, Regisseuren, Dramaturgen und Kulturpolitikern nominiert aus den eingehenden Vorschlägen je Kategorie jeweils drei Künstler. Über diese stimmen anschließend die Mitglieder der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ab.

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