> > > Berührende Musik: Musik entscheidend für die Wahrnehmung physischer Berührung
Samstag, 25. November 2017

Probanden beim Berührungstest, © Max-Planck-Institut

Probanden beim Berührungstest, © Max-Planck-Institut

Studie des Leipziger Max-Planck-Instituts zeigt die Bedeutung von Musik für die Verführungskraft von Berührungen

Berührende Musik: Musik entscheidend für die Wahrnehmung physischer Berührung

Leipzig, . Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig ist es gelungen, die Bedeutung von Musik für die Wahrnehmung physischer Berührung nachzuweisen. Im Rahmen einer Studie, deren Ergebnisse unter dem Titel "Blame it on the Bossa nova: Transfer of perceived sexiness from music to touch" in einer Fachzeitschrift für experimentelle Psychologie veröffentlicht wurde, zeigen die Wissenschaftler, dass physische Berührungen unter Einfluss unterschiedlicher Musik verschieden wahrgenommen werden: "Wir haben beobachtet, dass wir Berührungen umso verführerischer erleben, je betörender wir die Musik empfinden, die wir dabei hören", so Studienleiter Prof. Dr. Tom Fritz. Das Forscherteam konnte zeigen, dass dies selbst dann gilt, wenn die Probanden wussten, dass sie statt von einem Menschen von einem Roboter berührt werden.

Der Versuchsaufbau sah vor, dass sich die Versuchsteilnehmer abgetrennt von einem Vorhang von einem Roboter-Pinsel streicheln ließen, während sie dazu verschiedene Musikstücke anhörten. Von den Probanden sollte die Wahrnehmung der physischen Berührung auf einer Skala zwischen "überhaupt nicht sexy" bis zu "extrem sexy" eingeordnet werden. Es zeigte sich, dass die Wahrnehmung der Berührung vor allem von der Art der Musik abhing, nicht aber von der Kenntnis, ob ein Mensch bestimmter Attraktivität oder ein Roboter die Berührung ausführt. "Musik scheint unsere Wahrnehmung von mechanischen Berührungsreizen zu verändern. Bestimmte Merkmale der Musik scheinen sich also auf den Berührungsreiz zu übertragen", so Fritz. Dies könnte daran liegen, dass Menschen zur Verarbeitung von Musik im Gehirn auf ähnliche Bereiche zugreifen wie zur Verarbeitung von Berührung und Bewegung. Demnach handele es sich um einen evolutionsgeschichtlich bedeutsamen Transfereffekt, der gleichzeitig die hohe Bedeutung von Musik zeige.

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Deutsche Orchesterauswahl schlägt China im Fußballmatch
China-Gastspiele der Berliner Philharmoniker und Dresdner Staatskapelle für Fußballpartie (24.11.2017) Weiter...

Unfall mit Brotschneidemaschine: Justus Frantz bangt um Karriere
Bei einem häuslichen Unfall abgetrennte Fingerkuppe könnte Pianistenlaufbahn beenden (24.11.2017) Weiter...

NRW: Neue Landesregierung unterstützt Beethoven-Jubiläum mit 10 Millionen Euro
Entwurf des Landeshaushalts 2018 sieht finanzielle Hilfe für Jubiläums-Projekte vor (24.11.2017) Weiter...

Staatstheater Oldenburg muss in Ausweichquartier umziehen
Zelt am Hafen soll 1.000 Zuschauer fassen (23.11.2017) Weiter...

Verschollene Märchenoper von Luise Greger wiederentdeckt
Zufälliger Fund auf dem Dachboden der zur Kasseler Universitätsbibliothek gehörenden Murhardschen Bibliothek (22.11.2017) Weiter...

Bayerische Landesstiftung ehrt Anne-Sophie Mutter
Geigerin teilt sich die mit 30.000 Euro dotierte Würdigung mit zwei weiteren Preisträgern (22.11.2017) Weiter...

Beethoven-Ring 2017 für Pianist Igor Levit
Russischer Pianist steht laut Preisverleihern in der beethovenschen Tradition des aufgeklärten Bürgers (22.11.2017) Weiter...

Bariton Dmitri Hvorostovsky gestorben
Russischer Bariton erlag mit 55 Jahren langer und schwerer Krankheit (22.11.2017) Weiter...

Französischer Organist Michel Chapuis gestorben
Am Straßburger Konservatorium lehrender Barockspezialist wurde 87 Jahre alt (21.11.2017) Weiter...

Zwickauer Theatersanierung läuft nach Architekteneklat weiter
Stadt hatte vor einigen Wochen Zusammenarbeit mit dem zuständigen Architekten beendet (20.11.2017) Weiter...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/2017) herunterladen (0 KByte) Class aktuell (4/2017) herunterladen (0 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Leo Fall: Brüderlein Fein - O schau, o schau! Ist das a Frau!

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 4442 im Portrait Musik ohne Grenzen
Programme abseits der Konventionen beim Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich