> > > Berührende Musik: Musik entscheidend für die Wahrnehmung physischer Berührung
Montag, 25. Juni 2018

Probanden beim Berührungstest, © Max-Planck-Institut

Probanden beim Berührungstest, © Max-Planck-Institut

Studie des Leipziger Max-Planck-Instituts zeigt die Bedeutung von Musik für die Verführungskraft von Berührungen

Berührende Musik: Musik entscheidend für die Wahrnehmung physischer Berührung

Leipzig, . Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig ist es gelungen, die Bedeutung von Musik für die Wahrnehmung physischer Berührung nachzuweisen. Im Rahmen einer Studie, deren Ergebnisse unter dem Titel "Blame it on the Bossa nova: Transfer of perceived sexiness from music to touch" in einer Fachzeitschrift für experimentelle Psychologie veröffentlicht wurde, zeigen die Wissenschaftler, dass physische Berührungen unter Einfluss unterschiedlicher Musik verschieden wahrgenommen werden: "Wir haben beobachtet, dass wir Berührungen umso verführerischer erleben, je betörender wir die Musik empfinden, die wir dabei hören", so Studienleiter Prof. Dr. Tom Fritz. Das Forscherteam konnte zeigen, dass dies selbst dann gilt, wenn die Probanden wussten, dass sie statt von einem Menschen von einem Roboter berührt werden.

Der Versuchsaufbau sah vor, dass sich die Versuchsteilnehmer abgetrennt von einem Vorhang von einem Roboter-Pinsel streicheln ließen, während sie dazu verschiedene Musikstücke anhörten. Von den Probanden sollte die Wahrnehmung der physischen Berührung auf einer Skala zwischen "überhaupt nicht sexy" bis zu "extrem sexy" eingeordnet werden. Es zeigte sich, dass die Wahrnehmung der Berührung vor allem von der Art der Musik abhing, nicht aber von der Kenntnis, ob ein Mensch bestimmter Attraktivität oder ein Roboter die Berührung ausführt. "Musik scheint unsere Wahrnehmung von mechanischen Berührungsreizen zu verändern. Bestimmte Merkmale der Musik scheinen sich also auf den Berührungsreiz zu übertragen", so Fritz. Dies könnte daran liegen, dass Menschen zur Verarbeitung von Musik im Gehirn auf ähnliche Bereiche zugreifen wie zur Verarbeitung von Berührung und Bewegung. Demnach handele es sich um einen evolutionsgeschichtlich bedeutsamen Transfereffekt, der gleichzeitig die hohe Bedeutung von Musik zeige.

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