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Dienstag, 20. Februar 2018

Rechnungshof kritisiert Bilanzverlust des Orchester in Höhe von 64 Millionen Euro

Wiener Symphoniker in Geldnöten

Wien, . Die Wiener Symphoniker befinden sich in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Der Rechnungshof monierte die Finanzpolitik des Orchesters nach einer Untersuchung der Orchesterfinanzen der Jahre 2013 bis 2015. Laut Stadtrechnungshof liegt der Bilanzverlust des Orchesters mittlerweile bei 64 Millionen Euro. Der Berechnung zufolge würde es fast 100 Jahre dauern, bis das Orchester seine Schulden getilgt hätte. Kritisiert wurde auch die Stadt Wien für die Vergabe von Subventionen, ohne vorher den Eigendeckungsgrad des Orchesters zu prüfen. Es war nicht das erste Mal, dass der Stadtrechnungshof den Bilanzverlust des Orchesters kritisierte; bereits im Jahr 2006 wurden die Schulden auf 46 Millionen Euro beziffert und Reformen angemahnt.

Der hohe Bilanzverlust der Wiener Symphoniker geht vor allem auf Pensionsregelungen zurück, die in den 1980er Jahren festgelegt wurden und 2005 in einem Vertrag mit der Stadt aktualisiert wurden. Dieser Vereinbarung zufolge komme die Stadt Wien bei Auflösung des Trägervereins der Wiener Symphoniker für die Pensionen der Musiker auf. Im Gegenzug hatte sich das Orchester zu Reformen verpflichtet; diese seien mittlerweile "teilweise, aber nicht zur Gänze erfüllt", so die städtischen Finanzkontrolleure. Umgesetzt wurde etwa eine Anpassung der Pensionsleistungen und sonstiger Vorzüge bei neu hinzugekommenen Orchestermitgliedern, um zukünftige Kosten zu senken. Die vom Rechnungshof erhobene Forderung nach einer Reduzierung der personellen Orchesterstärke lehnen die Wiener Symphoniker allerdings ab. Unterstützt werden sie dabei von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ).

Die Wiener Symphoniker, im Jahr 1900 als Wiener Concertverein gegründet, sind ein Sinfonieorchester, das mit einer eigenen Konzertreihe das Musikleben in Wien mitgestaltet und darüber hinaus als Tourneeorchester fungiert. So trägt es unter anderem einen wesentlichen Teil der Opernproduktionen bei den Bregenzer Festspielen.

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