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Donnerstag, 17. Januar 2019

Thomaskantor Gotthold Schwarz ebenfalls unter den Geehrten

Bundesverdienstkreuz für Geiger Gidon Kremer

Berlin, . Der Geiger Gidon Kremer erhält den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. In der Begründung heißt es: "Neben seinem überragenden Wirken als Künstler will Gidon Kremer, so seine eigenen Worte, auch als Zeitgenosse etwas bewegen. In der Musik sucht er eine Sprache des Verständnisses, des Brückenbaus und der Versöhnung. Dies bringt er bei seinen vielen Konzerten in der Bundesrepublik immer wieder zum Ausdruck." Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz wird dem lettischen Musiker zusammen mit weiteren Kulturvertretern verliehen, unter ihnen etwa auch der Thomaskantor Gotthold Schwarz, dem es zu verdanken sei, "dass der Thomanerchor - einer der berühmtesten Knabenchöre der Welt und eine der ältesten Kultureinrichtungen in Sachsen - ein kulturelles Aushängeschild für die Bundesrepublik Deutschland ist". Eine weitere Auszeichnung geht an die Regisseurin und Theaterintendantin Karin Beier. Die Preisverleihung an insgesamt 30 Personen, die sich auf den Gebieten Wissenschaft und Kultur, Gesellschaft oder Umwelt hohe Verdienste erworben haben, findet Anfang Oktober statt.

Gidon Kremer wurde 1947 im lettischen Riga geboren. Schon bevor der Geiger 1965 an das Moskauer Konservatorium ging, wurde er im Alter von sechzehn Jahren mit dem Ersten Preis der lettischen Republik ausgezeichnet. 1975 gab Kremer sein erstes Konzert in Deutschland und spielte im darauf folgenden Jahr bei den Salzburger Festspielen. 1981 gründete der Geiger das Kammermusikfest Lockenhaus. Seither findet das Musikfest jedes Jahr statt, seit 1992 unter dem Namen Kremerata Musica. Zudem gründete Kremer 1997 das Streichorchester Kremerata Baltica mit jungen Musikern aus den baltischen Staaten. Seit 2002 ist er künstlerischer Leiter des Basler Festivals Les Muséiques. Der Geiger ist darüber hinaus Autor verschiedener Bücher und Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter der Ernst von Siemens Musikpreis, die Ehrung als Großoffizier des Verdienstordens der Italienischen Republik sowie der Praemium Imperiale.

Gotthold Schwarz wurde 1952 in Zwickau geboren und studierte an der Kirchenmusikschule Dresden und der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Er ließ sich in den Fächern Gesang bei Gerda Schriever, Orgel bei Thomasorganist Hannes Kästner und Wolfgang Schetelich sowie Dirigieren bei Max Pommer und Thomaskantor Hans-Joachim Rotzsch ausbilden. Im Rahmen von Meisterkursen arbeitete er u.a. auch mit Peter Schreier und Helmuth Rilling. Seine Konzerttätigkeit führte ihn früh an die europäische Musikzentren sowie nach Japan, Israel, Brasilien, Argentinien und in die USA, wo er auch Interpretationskurse zu Bachs Werken gab. Regelmäßig arbeitet er dabei auch mit dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester Leipzig zusammen, so leitete er häufiger Konzerte auf Tourneen. Neben Konzert und Oper widmet er sich auch dem Liedgesang, wo sein Repertoire vom Barock bis zur Moderne reicht. Im Jahr 2004 war Schwarz Juror im Fach Gesang beim Internationalen Bach-Wettbewerb.

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