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Freitag, 23. Februar 2018

Dennis Russell Davies, Maki Namekawa, Philip Glass und Franz Xaver Ohnesorg, © Ursula Kaufmann

Dennis Russell Davies, Maki Namekawa, Philip Glass und Franz Xaver Ohnesorg, © Ursula Kaufmann

Weitere Preise für Pianistin Maki Namekawa und Komponist Philip Glass

Preis des Klavier-Festivals Ruhr für Dennis Russell Davies

Essen, . Der Pianist und Dirigent Dennis Russell Davies hat den Preis des Klavier-Festivals Ruhr erhalten. Weitere Auszeichnungen gingen an die Pianistin Maki Namekawa sowie an den US-amerikanischen Komponisten Philip Glass. Die Preisträger waren über 30 Mal im Rahmen des Klavierfestivals aufgetreten. Der Intendant des Festivals, Franz Xaver Ohnesorg, dankte den Preisträgern für ihre Hingabe an zeitgenössische Musik und ihre Entdeckerfreude: "Wir verdanken Maki Namekawa und Dennis Russell Davies Weltersteinspielungen und eine Box mit amerikanischer Klaviermusik in der CD-Edition Klavier-Festival Ruhr. Es ist euer Idealismus und – mehr noch – eure Freundschaft, die das möglich macht."

Den weiteren Preisträger Philip Glass verbindet eine enge Zusammenarbeit mit Davies und Namekawa, die in der Laudatio zur Sprache kam: "Das Komponieren für Klavier ist eine Konstante im musikalischen Schaffen von Philip Glass, seit er in den frühen neunziger Jahren die ersten Werke für Dennis Russell Davies geschrieben hat", zudem verbinde eine "außergewöhnliche fruchtbare musikalische Zusammenarbeit" die drei Persönlichkeiten. Der Festivalintendant würdigte zudem die beiden Auftragswerke, die Philip Glass für das Klavier-Festival Ruhr geschrieben hat, die 2008 entstandenen "Four Movements for Two Pianos", in Essen uraufgeführt von Dennis Russell Davies und Maki Namekawa, sowie die 2013 entstandenen "Two Movements for Four Pianos".

Dennis Russell Davies wurde 1944 in Ohio geboren. Er studierte an der Juilliard School in New York Klavier und Dirigieren; zudem wurde dort promoviert. In seiner Laufbahn als Dirigent leitete er bisher u.a. das Saint Paul Chamber Orchestra aus Minnesota, das Staatstheater Stuttgart, das Stuttgarter Kammerorchester, das Orchester der Beethovenhalle Bonn, das American Composers Orchestra sowie das Radio-Symphonieorchester Wien. Als Gastdirigent arbeitete er u.a. mit dem Philadelphia Orchestra und dem New York Philharmonic Orchestra, mit den Münchner und Berliner Philharmonikern sowie der Accademia di Santa Cecilia Roma. Er trat zudem bei zahlreichen Festivals auf, etwa dem Aspen Music Festival, dem Saratoga Musik Festival sowie bei den Bayreuther Festspielen. Von 1980 bis 1987 war Davies Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart, seit 2002 ist er Chefdirigent des Bruckner-Orchesters Linz und der Oper des Landestheaters Linz. Seit 1997 hat Davies zudem eine Professur am Salzburger Mozarteum inne. Zudem war er von 2010 bis 2016 Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Maki Namekawa, geboren in Tokio, studierte an der Kunitachi-Musikhochschule in Tokio sowie am Pariser Konservatorium. Ihr Studium ergänzte sie an den Musikhochschulen in Karlsruhe, Saarbrücken und Köln. Die Trägerin des Leonid-Kreuzer-Preises stellt als Solistin vor allem zeitgenössische Musik ins Zentrum ihres Wirkens. Unter anderem trat sie neben zahlreichen Auftritten an internationalen Bühnen bei Festivals wie der Musik-Biennale Berlin, dem Klavier-Festival Ruhr sowie dem Electronice Festival in Linz auf. Neben ihrer Laufbahn als Pianistin unterrichtete sie an den Musikhochschulen Saarbrücken und Karlsruhe sowie bei den Darmstädter Ferienkursen.

Philip Glass wurde am 31. Januar 1937 in Baltimore geboren. Er studierte in Chicago, New York und Paris, unter anderem bei Nadia Boulanger. 1969 zog er nach Nova Scotia und lebt heute abwechselnd in Brasilien und in New York. Glass kompositorischer Stil wird meist der Minimal Music zugeordnet - ein Begriff, den Glass selbst ablehnt. Seine Kompositionen umfassen hauptsächlich Opern, darunter 'Einstein on the Beach' aus dem Jahr 1976 und 'Satyagraha' von 1980, aber auch Film- und Theatermusiken.

Den Preis des Klavier-Festivals Ruhr hat Franz Xaver Ohnesorg 1998 für den Initiativkreis Ruhr ins Leben gerufen, um außerordentliche künstlerische Leistungen zu ehren. Der Ehrenpreis wird durch die Stahlplastik "Diapason" des Düsseldorfer Bildhauers Friederich Werthmann symbolisiert. Mit dem Preis verbindet sich ein Stipendium, das die Preisträger an einen jungen Pianisten ihrer Wahl vergeben können. Zu den früheren Preisträgern des Klavier-Festivals Ruhr gehört unter anderem der russische Pianist Grigory Sokolov.

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