> > > Tschechischer Dirigent Jiri Belohlavek gestorben
Donnerstag, 16. September 2021

Jiri Belohlavek, © Petra Hajska

Jiri Belohlavek, © Petra Hajska

Weltweit anerkannter Spezialist für tschechisches Repertoire wurde 71 Jahre alt

Tschechischer Dirigent Jiri Belohlavek gestorben

Prag, . Der tschechische Dirigent Jiri Belohlavek ist tot. Er starb im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit. Belohlavek, der die Tschechische Philharmonie im Laufe seiner international erfolgreichen Karriere zwei Mal geleitet hat, galt als Spezialist für tschechisches Repertoire. Er machte sich neben dem Schaffen von Antonin Dvorak inbesondere für Bohuslav Martinu, Leos Janacek und Josef Suk stark. Deren Werke setzte er auch als Gastdirigent bei zahlreichen Orchestern aufs Programm.

Jiri Belohlavek wurde am 24. Februar 1946 in Prag geboren. Er studierte am Prager Konservatorium sowie der Janacek-Akademie der Musischen Künste in Brünn und vervollständigte seine Ausbildung später als Schüler von Sergiu Celibidache. Beim Nationalen Wettbewerb junger Dirigenten gewann Belohlavek 1970 den 1. Preis und wurde daraufhin zum Assistenzdirigenten der Tschechischen Philharmonie berufen. Im Jahr 1971 gelangte er beim Internationalen Herbert von Karajan Dirigenten-Wettbewerb in Berlin bis ins Finale. Als ständiger Dirigent der Staatlichen Philharmonie Brno (Brünn) wirkte er in den Jahren 1972 bis 1977. Konzerttourneen brachten ihn an Bühnen in Österreich, Deutschland und den USA. Seit 1973 gastierte er außerdem regelmäßig mit der Tschechischen Philharmonie in Prag und im Ausland. 1974 gab er sein Debüt in Japan und ist seither immer wieder als Gastdirigent japanischer Orchester eingeladen worden. 1979 betätigte er sich erstmals als Operndirigent. In den Jahren 1977 bis 1989 war er Chefdirigent der Prager Philharmoniker und unternahm mit diesen Konzertreisen in die USA, nach Japan und durch ganz Europa. Im Rahmen der langjährigen gemeinsamen Schaffensphase entstanden zahlreiche Tonträgerproduktionen. Von 1990 bis 1992 war Jiri Belohlavek Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. 1994 gründete er die Prazska komorni filharmonie (Prager Philharmonie) und ist bis heute deren künstlerischer Leiter. Von 1995 bis 2000 lehrte er an der Akademie der Künste in Prag. Im selben Zeitraum war er Erster Gastdirigent des BBC Symphony Orchestra in London, von 2006 bis 2012 war Jiri Belohlavek deren Chefdirigent. Seit 2012 ist er zum zweiten Mal Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. Darüber hinaus ist Belohlavek Vorsitzender des Festivals "Prager Frühling" und ständiger Gastdirigent der Komischen Oper Berlin. Der Dirigent ist unter anderem Träger des "Diapason d'Or"; er wurde darüber hinaus mit dem Dvorak-Preis ausgezeichnet und wurde zum "Commander of the British Empire" ernannt.

Weiterführende Informationen:

Portrait Jiří Bělohlávek

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Bisherige Kommentare:

  1. Dresdner Musikfestspiele trauern um Belohlavek
    Mit großer Anteilnahme haben die Dresdner Musikfestspiele gestern vom Tod des Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie, Jirí Belohlávek erfahren. Er sollte noch am vergangenen Samstag im Rahmen der Musikfestspiele das Konzert der Tschechischen Philharmonie im Kulturpalast leiten, musste dies jedoch bereits aufgrund seiner schweren Krankheit absagen. "Ich habe seit meiner Kindheit fantastische Konzerte mit Maestro Behlolávek gehört. Er hat das Musikleben unserer Zeit entscheidend geprägt. Ein großer Verlust für die Welt der Musik", so Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele.
    Redaktion, 02.06.2017, 12:38 Uhr
  2. Wiener Staatsoper trauert um Belohlavek
    "Mit Jiří Bělohlávek verliert die Musikwelt einen hervorragenden Dirigenten und Orchestererzieher, einen ausgewiesenen Spezialisten besonders im tschechischen Repertoire natürlich, aber nicht nur. Es war mir ein großes Anliegen, ihn an die Wiener Staatsoper zu holen, und erinnere mich mit viel Emotion, wie glücklich er war, 2014 Rusalka an diesem Haus herauszubringen und zu dirigieren", so Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Bělohlávek leitete an der Wiener Staatsoper die Premierenserie von Dvořáks "Rusalka" im Januar und Februar 2014.
    Redaktion, 01.06.2017, 14:08 Uhr

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