> > > Schweizer Musikpreis 2017 für Geigerin Patricia Kopatchinskaja
Montag, 26. Februar 2018

Preise des Bundesamtes für Kultur gehen an insgesamt 15 Künstler

Schweizer Musikpreis 2017 für Geigerin Patricia Kopatchinskaja

Bern, . Das Schweizer Bundesamt für Kultur (BAK) zeichnet in diesem Jahr 15 Künstler mit dem Schweizer Musikpreis (Grand Prix Musik) aus. Die Auszeichnung, die dem Ziel dient, "herausragendes und innovatives schweizerisches Musikschaffen zu würdigen und ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken", wird für verschiedene Musiksparten verliehen. Die einzelnen Preise sind mit je 25.000 Franken verbunden. Unter den Preisträgern wird im Frühherbst der Träger des Schweizer Grand Prix Musik gewählt, der mit 100.000 Schweizer Franken dotiert ist.

Die Preisträger sind in den Bereichen klassische und zeitgenössische Musik tätig, darüber hinaus ebenso in den Gebieten Jazz, Chanson, Filmmusik, Improvisation und Volksmusik. Im Bereich klassische, zeitgenössische Musik und Klangkunst werden Patricia Kopatchinskaja, Andres Bosshard, Helena Winkelman sowie Jürg Wyttenbach. Die Preisverleihung sowie die Bestimmung des Trägers des Grand Prix Musik erfolgt Mitte September im Rahmen der Biennale für neue Musik und Architektur "ZeitRäume Basel" in der Kaserne Basel.

Die 1977 im moldawischen Chisinau geborene Patricia Kopatchinskaja bekam im Alter von sechs Jahren Violinunterricht bei David Oistrach. Sie studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Komposition und Violine und beendete ihre Ausbildung als Stipendiatin am Konservatorium in Bern mit Auszeichnung. Beim internationalen Henryk Szeryng Wettbewerb in Mexiko gewann sie im gleichen Jahr den ersten Preis. Seitdem ist Kopatchinskaja regelmäßig auf den internationalen Bühnen und bei großen Orchestern zu Gast, unter anderem bei den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Saint Paul Chamber Orchestra sowie dem Australian Chamber Orchestra; bei Auftritten mit letzteren hatte sie zudem die Leitung inne. Ihr bisheriges künstlerisches Wirken wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Praetorius Musikpreis, dem Royal Philharmonic Society Award, dem Prix Caecilia sowie dem Credit Suisse Young Artist Award.

Andres Bosshard, Jahrgang 1955, wurde in Zürich geboren und studierte an der dortigen Universität Musik- und Kunstwissenschaft. Er war Querflötenlehrer, trat als Maler in Erscheinung sowie im Bereich experimentelles Musiktheater. Er ist Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste, lehrt an der KHM Köln und wirkt als Klangkünstler, etwa im Rahmen der Bieler Arteplage, des World New Music Festival Stuttgart und im Rahmen des Klangprojekts "SonicArK" für die Kulturhauptstadt Aarhus. Er arbeitet mit Landschaftsplanern sowie Architekten zusammen und berät Lärmschutzexperten.

Helena Winkelman wurde 1974 in Schaffhausen geboren. Am Konservatorium Luzern studierte sie Violine und ergänzte ihre Ausbildung an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim, in New York sowie an der Musik-Akademie Basel. Dort studierte sie auch Komposition. Sie wirkt als freischaffende Komponistin und Violinistin. Als künstlerische Leiterin der Camerata Variabile unterhält sie seit 2011 eine eigene Konzertreihe, 2013 war sie Composer in Residence beim Festival in Ernen (Schweiz), im kommenden Jahr beim Lockenhaus Festival. Sie erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge, unter anderem von der Basel Sinfonietta und dem Lucerne Festival.

Der Komponist Jürg Wyttenbach wurde 1935 in Bern geboren. an der Hochschule der Künste Bern studierte er Klavier und wurde am Conservatoire de Paris im Bereich Komposition ausgebildet. Er trat als Komponist, Pianist, Dirigent und vielfältig agierender Künstler im Bereich Performance auf. In der Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen Orchestern hat er rund 100 Werke ur- oder erstaufgeführt. Darüber hinaus war er Mitbegründer der IGNM Basel und wirkte lange Jahre als Dozent an der Musikschule Biel, am Berner Konservatorium sowie an der Musik-Akademie Basel.

Der Schweizer Musikpreis wird vom Bundesamt für Kultur verliehen. Aus den nominierten Kandidaten aus den verschiedenen Regionen der Schweiz wählt die siebenköpfige Eidgenössische Jury für Musik den Träger des mit 100.000 Franken dotierten Schweizer Grand Prix Musik.

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