> > > Paukenschlag beim Saarländischen Rundfunk: Dirigent Mark Chichon wirft hin
Samstag, 19. Januar 2019

Sofortiger Rücktritt aufgrund drohender Budget-Kürzungen

Paukenschlag beim Saarländischen Rundfunk: Dirigent Mark Chichon wirft hin

Saarbrücken, . Karel Mark Chichon, der Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, hat kurz vor dem Ende seines in drei Monaten auslaufenden Vertrages den sofortigen Rücktritt von seinem Posten erklärt. Dies teilte der Saarländische Rundfunk (SR) mit.

Chichon begründete seine Entscheidung mit den angekündigten finanziellen Kürzungen für seinen Klangkörper. Der öffentlich-rechtliche Sender plant ab  2019, rund 100.000 Euro bei dem Orchester einzusparen. Die aktuelle und kommende Spielzeit ist davon nicht betroffen.

Karel Mark Chichon wurde 1971 in London geboren. Sein musikalisches Studium absolvierte er an der "Royal Academy of Music" in London. Nach seinem Studium war Chichon einige Jahre Assistent der Dirigenten Giuseppe Sinopoli und Valery Gergiev. Seit 2003 steht er als Gastdirigent regelmäßig mit dem "English Chamber Orchestra" auf der Bühne. Von 2006 bis 2009 war Chichon Chefdirigent des Grazer Symphonie-Orchesters. 2009 trat er das Amt als Chefdirigent und künstlerischer Leiter beim "Latvian National Symphony Orchestra" an. Chichon war seit 2011 Chefdirigent der "Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken".

Die Intendanten des SR und des Südwestrundfunks bedauerten Chichons Entscheidung. Als Nachfolger wurde im vergangenen Jahr bereits der Finne Pietari Inkinen verpflichtet (klassik.com berichtete).

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Bisherige Kommentare:

  1. Warum schon wieder Etatkürzungen?
    Wenn ich hier lese, dass die Oper in Köln für 565 Millionen Euro saniert wird, kann ich nicht verstehen, warum der SR seinem Orchester ab 2019 wieder 100.000 Euro jährlich nehmen will. Das Orchester ist schon klein und vollbringt seit Jahren Wunder, musikalisch ist es sowieso ein Genuss. Warum gelingt es nicht, wenigstens den Status quo zu halten? Es gibt doch wirklich genug Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Medien, und da gehört das Orchester auch dazu! Wir dürfen die Handlungsfähigkeit der Orchester nicht immer weiter einschränken.
    fuchsbuhl, 09.05.2017, 15:24 Uhr

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