> > > Stadt Wien verbietet Klavier im Kindergarten
Donnerstag, 3. Dezember 2020

Amt für Jugend und Familie sieht Instrument als pädagogisch nicht wertvoll an

Stadt Wien verbietet Klavier im Kindergarten

Wien, . Das Amt für Jugend und Familie der Stadt Wien hat österreichischen Medienberichten zufolge einem Kindergarten aufgetragen, ein bislang genutztes Klavier zu entfernen. Dies hatte nach dem zugespitzten und unvollständigen Bericht eines österreichischen Boulevardblattes hohe Wellen geschlagen. Laut Kindergartenleitung sei das Instrument sowohl von den Kindern genutzt worden als auch von professionellen Pianisten, die den Kindern auf dem Klavier vorspielten. Auf Anordnung des Amtes für Jugend und Familie muss das Klavier nun in einen Nebenraum, der für Ein- bis Dreijährige unter Aufsicht bestimmt ist. Als Begründung wird aufgeführt, dass das Klavier für die pädagogische Arbeit in der Kleinkindgruppe keinen Wert habe und daher aus dem Gruppenraum zu entfernen sei.

Die Sprecherin des Amts für Jugend und Familie erklärte, die Anordnung sei ergangen, weil die Kinder im Gruppenraum durch das Instrument gewissermaßen zwangsbeschallt worden seien; darüber hinaus sei zu bedenken, ob altersangemessene Instrumente wie Klanghölzer oder Tamburin nicht größeren musikalischen Erfahrungsgewinn für die Kinder brächten als ein Klavier. Medienberichten zufolge habe der Betreiber des Kindergartens die amtliche Kritik am nicht-pädagogischen Einsatz des Klaviers sowie die angezeigten Maßnahmen ohne Zögern umgesetzt. Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky rechtfertigte das städtische Vorgehen in einer Stellungnahme: "Musikinstrumente wie ein Klavier haben selbstverständlich einen wichtigen pädagogischen Stellenwert im Kindergarten - so wie in allen Bildungseinrichtungen. (...) Das war an diesem Standort insgesamt leider nicht der Fall".

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