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Mittwoch, 18. Oktober 2017

Vorwürfe wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung

Weitere Anzeigen gegen früheren Rektor der Münchner Musikhochschule

München, . Gegen den früheren Rektor der Münchner Musikhochschule und des Salzburger Mozarteums, Siegfried Mauser, ist eine weitere Anklage erhoben worden. Sie fasst die Anzeigen zweier Frauen zusammen, die ihm in einem Fall Vergewaltigung, im anderen sexuelle Nötigung vorwerfen. Seit März läuft am Münchner Landgericht die Wiederaufnahme eines Prozesses, der im letzten Jahr mit der Verurteilung des Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro abgeschlossen wurde (klassik.com berichtete). In einem zweiten Fall wurde er freigesprochen. Sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die Verteidigung hatten Berufung eingelegt, weshalb die Fälle nochmals aufgerollt werden. Im Zuge der Wiederaufnahme beteuerte der Beschuldigte weiterhin seine Unschuld.

Zwischenzeitlich waren am Oberlandesgericht München weitere Anzeigen eingegangen, die zu einer zweiten Anklage geführt haben. Eine Entscheidung über die Zulässigkeit der Klage erfolgt allerdings erst, nachdem im Berufungsverfahren ein Urteil ergangen ist; ein solches soll Ende April gesprochen werden. Der Verteidiger des Beschuldigten sprach laut Süddeutscher Zeitung von Trittbrettfahrerinnen, von denen der Medienhype ausgenutzt werde. Der Beschuldigte habe gegen die beiden Frauen, die ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorwerfen, Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede erstattet.

Siegfried Mauser wurde 1954 in Straubing geboren. Er studierte Schulmusik und Klavier (Konzertfach) an der Musikhochschule München sowie Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten München und Salzburg. In Salzburg promovierte er 1981 in Musikwissenschaft. Zwischen 1983 und 1987 lehrte er Klavier und Kammermusik an der Hochschule für Musik Würzburg, später Musikwissenschaft am Salzburger Mozarteum, wo er 1989 das Institut für musikalische Hermeneutik ins Leben rief. 2002 wechselte er als Professor für Musikwissenschaft an die Hochschule für Musik und Theater München, ein Jahr später wurde er dort Rektor (ab 2007 Präsident). Daneben leitete er an der Hochschule eine Klasse für Liedgestaltung. Neben der wissenschaftlichen Laufbahn gilt Mauser als Spezialist für die Musik des 20. Jahrhunderts und ist mit weithin beachteten Aufnahmen der Klavierwerke von Paul Hindemith, Karl Amadeus Hartmann, Wilhelm Killmayer, Wolfgang Rihm und anderen hervorgetreten. Er arbeitete mit international bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammen und trat bei renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen und dem Klavierfestival Ruhr auf. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderen mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz am Bande, dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. 2014 wurde Mauser Rektor des Salzburger Mozarteums, 2016 wurde das Beschäftigungsverhältnis im Zuge der Vorwürfe und des Gerichtsverfahrens einvernehmlich gelöst.

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