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Mittwoch, 20. März 2019

Ablehnung der einseitigen Bevorzugung des Standards DAB+

Private Radiosender verlassen Digitalradio-Gremium des Bundes

Berlin, . Private Radiosender, die im Verband Privater Rundfunk- und Telemedien e.V. (VPRT) zusammengeschlossen sind, haben dem Digitalisierungsgremium des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur den Rücken gekehrt. Der "Aktionsplan zur Transformation der Hörfunkverbreitung in das digitale Zeitalter", der zukünftige Schritte vom Umstieg von UKW auf Digitalradio aufzeigt, fand nicht die Zustimmung des VPRT. Dennoch wurde der Plan mit den Stimmen der weiteren Gremiumsmitglieder zur weiteren Beratung an die Rundfunkkommission der Länder weitergereicht.

Der VPRT kritisierte insbesondere die einseitige Bevorzugung des digitalen Standards DAB+ gegenüber anderen alternativen Standards. Verbandspräsident Klaus Schunk sieht in der verordneten Präferenz für DAB+ ein unzulässiges Markteingreifen; seiner Ansicht nach müsse das Konsumentenverhalten über die breite Durchsetzung bestimmter Standards entscheiden, nicht eine politische Lenkung. "Der Entwurf des Aktions­plans gibt kein markt­konformes Migrations­szenario vor. Er fördert den Übertragungs­standard DAB+ einseitig und an den Markt- und Nutzungs­gegeben­heiten vorbei", so Schunk.

Darüber hinaus wurde kritisiert, dass frei werdende UKW-Frequenzen durch die Verlagerung öffentlich-rechtlicher Sender in den digitalen Bereich nicht für private Radiosender zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Frequenzen sollen derzeitigen Plänen zufolge nicht weiterverwendet werden. "In dieser Form protektionistisch das Ende des meist genutzten UKW-Standards einzuleiten, der für die Privat­radios noch lange und alternativlos Geschäfts­grundlage sein wird, ist nicht akzeptabel. Werden UKW-Frequenzen von ARD oder Deutschland­radio zurück­gegeben, sollten sie dafür genutzt werden, neue Gebiete für die seit jeher schlechter gestellten Privat­radios zu versorgen und nicht staatlich eingezogen werden", so Schunk.

Der Umstieg von analogem UKW-Empfang auf digitales Radio im Standard DAB+ ist Teil der fortschreitenden Digitalisierung des Radios. Davon betroffen sind auch Kultur- und Klassiksender wie zum Beispiel BR Klassik. 2018 soll  der Sender ins Netz verlagert werden, die frei werdende UKW-Frequenz wird durch einen neugegründeten Jugendkanal besetzt (klassik.com berichtete).

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