> > > Beethoven-Haus erhält originalen Zeitzeugenbericht des Beethovenfestes 1845
Samstag, 28. Mai 2022

Ausschnitt des Briefes vom Beethovenfest 1845, © Bürger für Beethoven

Ausschnitt des Briefes vom Beethovenfest 1845, © Bürger für Beethoven

Schriftdokument gibt Auskunft über die Enthüllung des Beethoven-Denkmals im August 1845

Beethoven-Haus erhält originalen Zeitzeugenbericht des Beethovenfestes 1845

Bonn, . Das Beethoven-Haus Bonn hat ein bedeutsames historisches Dokument erhalten. Es handelt sich um einen Zeitzeugenbericht des ersten Bonner Beethovenfestes im Jahr 1845. Angaben zum Beethovenfest sowie zur Enthüllung des Beethoven-Denkmals im August 1845 finden sich in einem dem Beethoven-Haus Bonn übergebenen Brief der damals 31-jährigen Marie Ophoven. Das Schriftdokument, das wertvolle Hinweise auf das von Besuchern kaum dokumentierte Beethovenfest 1845 gibt, wurde in Familienbesitz der Briefautorin erhalten. Eine Nachfahrin hatte zunächst eine Abschrift des Briefes für archivarische und historiographische Zwecke in Umlauf gebracht, etwa an den ehemaligen Leiter des Bonner Stadtarchivs. Das originale Schriftstück hat nun über den Verein "Bürger für Beethoven" seinen Weg ins Beethoven-Haus Bonn gefunden. Der Direktor des Beethoven-Hauses Bonn, Malte Boecker, zeigte sich sehr erfreut über die Schenkung: "Dieses für die Geschichte des Bonner Beethovenfestes wichtige Dokument nehmen wir gern in unsere Sammlung auf, in der wir auch Dokumente zusammengetragen haben, die die Entwicklung des Bonner Musiklebens in der Zeit nach Beethoven widerspiegeln."

Marie Ophoven, geb. Hüffer, schildert in dem sechsseitigen Brief vom 15. August 1845 an ihre in Münster lebende Stiefmutter detailliert die Konzerte des ersten Beethovenfestes vom 11. bis 13. August 1845 und schreibt dazu: "Einen solchen Zusammenfluss von Künstlern, als dieses Fest herbeiführte hatte ich nie gesehen und werde ihn auch wohl nicht mehr so zu sehn bekommen. (…) Von der Pracht des Orchesters und der Chöre, in denen alle große Kräfte mitwirkten kann man sich nicht leicht einen Begriff machen". Bei der Enthüllung des Beethoven-Denkmals habe ein solches Gedränge geherrscht, dass einige Damen sogar in Ohnmacht gefallen seien. Prof. Dr. Christine Siegert, Leiterin des Beethoven-Archivs, bekräftigte, dass der Brief "eine ausgesprochen interessante Quelle ist, da er eine ausführliche Schilderung des ersten Beethovenfestes durch eine interessierte Teilnehmerin enthält. Solche Quellen, die unmittelbare Eindrücke durch musikalische Laien bzw. einfache Besucher dokumentieren, gewinnen für uns immer größere Relevanz. Denn dadurch kommen wir der Bedeutung näher, die Beethoven und seine Musik für die Menschen hatten." Eine kommentierte Edition des Briefes soll in den Bonner Beethoven-Studien erscheinen.

Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn getauft. Er entstammt einer aus dem Flämischen eingewanderten Musikerfamilie. Im Alter von 11 Jahren begann sein Musikunterricht bei Christian Gottlieb Neefe. Bereits zwei Jahre später wurde Beethoven Mitglied der kurfürstlichen Kapelle in Bonn. 1792 zog er nach Wien, wo er weiteren Musikunterricht nahm, unter anderem bei Joseph Haydn. 1795 trat Beethoven erstmals als Pianist mit eigenen Kompositionen auf. Zur gleichen Zeit etwa begann ein starkes Hörleiden, das sich bis 1819 zu völliger Taubheit entwickelte. Dennoch war Beethoven bis zu seinem Tode als Pianist und Komponist tätig. Sein kompositorisches Schaffen umfasst Orchesterwerke, Konzerte, Kammermusik, Vokalmusik sowie Werke für Klavier. Beethoven starb am 26. März 1827 in Wien.

Weiterführende Informationen:

Portrait Beethovenfest Bonn
Portrait Ludwig van Beethoven
Portrait Wolfgang Amadeus Mozart

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