> > > Orden Pour le mérite für Daniel Barenboim und Musikwissenschaftler Christoph Wolff
Dienstag, 26. September 2023

Auszeichnung im Beisein des Bundespräsidenten

Orden Pour le mérite für Daniel Barenboim und Musikwissenschaftler Christoph Wolff

Berlin, . Der Dirigent Daniel Barenboim ist neben dem Musikwissenschaftler Christoph Wolff als neues Mitglied in den Orden "Pour le mérite" aufgenommen worden. Die Auszeichnung fand im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin statt. Die beiden Neumitglieder wurden im letzten Jahr ausgewählt und hatten zwischenzeitlich der Aufnahme zugestimmt. Der Orden hat nun 39 deutsche und 35 ausländische Mitglieder. Im Bereich Musik und Musikforschung sind etwa der Musikwissenschaftler Ludwig Finscher, Alfred Brendel, Brigitte Fassbaender, Sofia Gubaidulina, György Kurtág, Wolfgang Rihm, Aribert Reimann, András Schiff und Peter Stein Mitglieder des Verdienstordens.

Daniel Barenboim wurde 1942 in Buenos Aires geboren. Im Alter von 10 Jahren gab Barenboim sein erstes internationales Konzert. Es folgten Auftritte in Paris 1955, London 1956, New York 1957 sowie regelmäßige Tourneen durch Europa, die USA, Südamerika, Australien und Fernost. Ab 1967 war er als Dirigent in London mit dem New Philharmonia Orchestra tätig, später ab 1969 auch in Berlin, New York und Chicago. 1975 übernahm er die Nachfolge Georg Soltis als Dirigent des Orchestre de Paris. Von 1973 bis 1989 war er Chefdirigent des English Chamber Orchestra und von 1987 bis 1989 künstlerischer Direktor der Opéra de la Bastille in Paris. 1981 debütierte er in Bayreuth mit "Tristan und Isolde", 1988 übernahm er den "Ring des Nibelungen". Von 1991 bis 2006 war er Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, 1992 wurde er zusätzlich künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Berlin. Neben unzähligen anderen Auszeichnungen wurde ihm 2010 der Westfälische Friedenspreis für sein Bemühen um den Dialog im Nahen Osten und die Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern, unter anderem im Rahmen des West-Eastern Divan Orchestra, verliehen.

Christoph Wolff wurde 1940 in Solingen geboren. Er studierte Kirchenmusik, Orgel, historische Tasteninstrumente sowie Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Theologie in Berlin, Freiburg und Erlangen. Lehrtätigkeiten nahm er zuerst in Erlangen, danach in Toronto, New York und Princeton wahr, ehe er 1976 an die Harvard University berufen wurde. Dort war er lange Jahre Chair des Department of Music, 1991/92 kommissarischer Direktor der University Library und zwischen 1992 und 2000 Dekan der Graduate School of Arts and Sciences. Die höchste in Harvard vergebene akademische Ehrung, die Ernennung zum Adams University Professor, erhielt er im Jahr 2002. Er war Direktor des Bach-Archivs Leipzig sowie Honorarprofessor an der Universität Freiburg und der Juilliard School New York. Neben zahlreichen weiteren Ehrungen wurde er zum Mitglied der American Philosophical Society ernannt, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften sowie der Akademie für Mozart-Forschung Salzburg. Wolffs historische Forschungen erstrecken sich auf die Musikgeschichte zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert. Er gilt als Bach- und Mozart-Spezialist und ist auf diesen Gebieten mit zahlreichen Publikationen hervorgetreten. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er durch seine Beteiligung an der Wiederauffindung des Notenarchivs der Sing-Akademie zu Berlin in Kiew 1999 bekannt.

Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste wurde 1842 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. gegründet und 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss wiederbelebt. Finanziert und betreut wird der Orden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters. Aufgenommen werden Personen, die sich in Kunst oder Wissenschaft einen besonderen Namen gemacht haben.

Weiterführende Informationen:

Portrait Wolfgang Rihm

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