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Donnerstag, 18. August 2022

Sopranistin Julia Kogan beansprucht Rechte am Drehbuch

Querelen um Film über Florence Foster Jenkins

London, . Die Sopranistin Julia Kogan beansprucht Rechte als Co-Autorin am Drehbuch der Neuverfilmung über das Leben von Florence Foster Jenkins. Ihren Aussagen nach sei ihr ehemaliger Lebensgefährte Nicholas Martin, der Drehbuchautor des Films, erst durch sie auf den Stoff aufmerksam geworden. Zudem seien wesentliche Informationen über Hintergründe des Opernlebens, die in das Drehbuch eingeflossen seien, von ihr gekommen. Der Drehbuchautor sucht nach Kogans Anschuldigungen nun eine Klärung vor Gericht.

Gegenstand des Streits ist die Verfilmung des Lebens von Florence Foster Jenkins. Diese gilt als eine der exzentrischsten und gleichzeitig talentlosesten Diven überhaupt. Ihre Konzerte waren regelmäßig ausverkauft, obwohl sie zeitgenössischen Berichten und Tondokumenten zufolge weder einen Ton treffen noch halten konnte, geschweige denn einen musikalischen Gestaltungswillen besaß.

Florence Foster Jenkins wurde am 19. Juli 1868 in Wilkes-Barre, Pennsylvania, geboren. Zunächst war sie als Lehrerin und Pianistin tätig. Nachdem ihre Ehe 1903 geschieden wurde, schloss sie sich der Frauenrechtsbewegung an. Als ihr Vater ihr nach seinem Tod 1909 sein gesamtes Vermögen hinterließ, konzentrierte sie sich auf ihre Gesangskarriere, von der ihr sowohl ihre Eltern als auch ihr Ex-Mann abgeraten hatten. Bereits kurz nach ihrem ersten Konzert 1912 erwarb sie sich einen Ruf als ausgesprochen schlechte Sängerin, sodass ihre Auftritte zu einem schrägen Tipp für Insider wurden. Obwohl ihre Konzerte auf diese Wiese ständig ausverkauft waren, beschränkte sich Jenkins darauf, vor einem von ihr selbst ausgewählten Publikum zu singen, so etwa bei ihren jährlichen Konzerten im Ritz-Carlton-Hotel in New York. Kurz vor ihrem Tod trat sie 1944 im Alter von 76 Jahren ein einziges Mal in der New Yorker Carnegie Hall auf, die schon Wochen zuvor ausverkauft war, sodass die Eintrittskarten zum zwanzigfachen Preis auf dem Schwarzmarkt gehandelt wurden. Ein zeitgenössischer Kritiker schrieb damals, Foster Jenkins habe sich "nicht von den Absichten der Komponisten einschüchtern lassen".

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