> > > Denkmal für Alban Berg in Wien enthüllt
Montag, 12. April 2021

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Skulptur vor der Wiener Staatsoper (Montage), © Coop. Himmelb(l)au

Skulptur vor der Wiener Staatsoper (Montage), © Coop. Himmelb(l)au

Skulptur von Wolf Prix erinnert auch an Komponistenkollegen

Denkmal für Alban Berg in Wien enthüllt

Wien, . In Wien wurde das neu installierte Denkmal für Alban Berg enthüllt. Das mit Geldern der Alban Berg Stiftung errichtete Denkmal steht neben der Wiener Staatsoper am Herbert-von-Karajan-Platz. Vom Notenbild und vom Klang inspiriert, hat Wolf Prix eine Skulptur entworfen, die mit raumgreifenden Schleifen auf die expressiven Linien der Musik reagiert und gleichzeitig den Komponisten der Wiener Schule und ihrem Mentor ein Denkmal setzt: Es erinnert auch an Arnold Schönberg, Anton Webern sowie den Komponisten und Hofoperndirektor Gustav Mahler.

Das Denkmal besteht aus Aluminium und wiegt rund zwei Tonnen. Mit den zwölf Ringen des rund einen Meter hohen Sockels nimmt es Bezug auf die Zwölftonmusik. "Es ist gefrorene Musik, die am richtigen Ort steht", so Prix zu seinem Werk. Neben Maximilian Eiselsberg, einem der beiden Präsidenten der Alban Berg Stiftung, begrüßte auch der österreichische Vizekanzler Reinhold Mitterlehner des neue Objekt am prominenten Standort: "Der Platz vor der Staatsoper ist ein würdiger Ort, um diesen großen Komponisten und sein Werk zu ehren. Es freut mich, dass dieses Denkmal durch die Alban Berg Stiftung ermöglicht wurde. Ich würde mir wünschen, dass es in Österreich wieder eine stärkere Kultur des Mäzenatentums gibt und neben dem Staat auch mehr Privatpersonen Exzellenz in Wissenschaft und Kunst fördern".

Die Kosten der sechs Meter hohen Skulptur wurden komplett von der Alban-Berg-Stiftung getragen, die damit fünf Prozent der eingenommenen Tantiemen bis 2005, dem 70. Todesjahr des Komponisten, aus dem Stiftungsvermögen investiert. Als Grund gab die Stiftung an, dass Alban Berg bislang in seiner Heimatstadt Wien unterrepräsentiert sei. Der Gestalter Wolf Prix erklärte, nicht nur eine persönliche Vorliebe für die Musik Bergs und seiner Zeitgenossen Arnold Schönberg und Anton Webern zu besitzen, sondern auch eine familiäre Beziehung: "Mein Großonkel Klaus Maetzl war Mitglied im ersten Alban-Berg-Streichquartett."

Alban Berg wurde am 9. Februar 1885 in Wien geboren. Nachdem er sich zunächst mit Literatur und Dichtung befasste, wurde er 1904 Schüler von Arnold Schönberg. Von 1918 bis 1921 war er Vortragsmeister in dem von Schönberg gegründeten "Verein für musikalische Privataufführungen", in dem sich auch Anton von Webern engagierte. Bergs Heirat mit Helene Nahowski erlaubte es ihm finanziell, sich ab 1911 seinem kompositorischen Schaffen zu widmen. 1921 stellte er seine erste Oper fertig: "Wozzek", nach Büchners Dramenfragment, wurde 1925 in Berlin uraufgeführt. Seine zweite Oper, "Lulu", begann er im Jahr 1929, konnte sie bis zu seinem Tod aber nicht mehr fertigstellen. Das Werk Alban Bergs umfasst neben den Opern auch Klavierlieder und -stücke, Bearbeitungen und Einführungen zu Werken, u.a. von Schönberg, sowie das Violinkonzert "Dem Andenken eines Engels", das er 1935 zu Ehren von Manon Gropius, der Tochter Alma Mahlers, schrieb. Berg starb am Heiligabend desselben Jahres in Wien.

Weiterführende Informationen:

Portrait Alban Berg
Portrait Gustav Mahler
Portrait Anton von Webern

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