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Donnerstag, 22. Oktober 2020

Defizit von 100 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2014

Rechnungshof rügt Bayerischen Rundfunk

München, . Der Bayerische Oberste Rechnungshof hat in seinem Prüfbericht über die finanzielle Situation des Bayerischen Rundfunks (BR) Schulden in Höhe von 100 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2014 ermittelt. Die Prüfer kommen in dem Bericht, der dem Bayerischen Landtag und dem Wissenschaftsministerium am Dienstag vorgelegt wurde, zu dem Schluss, der Rundfunk lebe seit Jahren von der Substanz und müsse dringend Einsparungen umsetzen. Zwischen 2010 und 2014 stiegen parallel zu einer Steigerung der Gesamterträge demnach vor allem die Personalkosten. Im Jahr 2014 lagen sie bei 323,4 Millionen Euro und machten auch aufgrund höherer Aufwendungen für die Altersversorgung knapp 30 Prozent der Kosten aus.

Die Kosten der drei Klangkörper des öffentlich-rechtlichen Senders  (Symphonieorchester, Rundfunkorchester und -chor) machen einen Anteil von 25,9 Prozent am Etat der Hörfunkdirektion und 3,1 Prozent des Gesamtetats aus. Die Orchester und Chöre samt Management kommen auf insgesamt 245 Planstellen; ihr Anteil an den Gesamtstellen der Hörfunkdirektion beträgt 35,9 Prozent. Zwischen 2010 und 2014 blieben die Kosten für die drei Rundfunk-Klangkörper nahezu konstant. Auf das Symphonieorchester entfielen zuletzt jährlich rund 16 Millionen Euro, auf das Rundfunkorchester circa 8 Millionen Euro und auf den Rundfunkchor etwa 4 Millionen Euro.

Der Prüfbericht fasst zusammen, dass für das 2008 neu gegründete CD-Label BR-Klassik bis 2010 Kosten in Höhe von 491.000 Euro entstanden sind. Die Rechnungsprüfer fordern eine Begrenzung der Verlustphase, Kosten sollen möglichst niedrig gehalten und Erlöse dadurch erhöht werden, dass nur Stücke veröffentlich werden, bei denen von einer hohen Nachfrage auszugehen ist.  "Sollte ein kommerzieller Erfolg ohne Zuschüsse des BR nicht erreichbar sein, ist das Klassiklabel wieder einzustellen. Dauerhafte Zuschüsse aus Rundfunkbeiträgen dürfen schon aus Gründen der Marktkonformität nicht geleistet werden", so der Rechnungshof.

Der Bayerische Rundfunk ist die Landesrundfunkanstalt des Bundeslands Bayern und Teil der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland). Das Budget des BR beträgt rund 1 Milliarde Euro pro Jahr. Davon stammt der größte Teil (rund 85 Prozent) aus den sogenannten "Rundfunkbeiträgen", die seit 2013 jeder Haushalt und jedes Unternehmen zu entrichten hat. Im Jahr 2014 waren rund 5.400 Mitarbeiter für den Bayerischen Rundfunk tätig.

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