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Samstag, 17. November 2018

Detlef Altenburg, © Alexander Burzik

Detlef Altenburg, © Alexander Burzik

Musikhistoriker prägte die deutsche Forschungslandschaft

Musikwissenschaftler Detlef Altenburg gestorben

Weimar, . Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Detlef Altenburg ist tot. Er starb überraschend in Regensburg, nur wenige Wochen nach seinem 69. Geburtstag. Die Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar trauert um seinen langjährigen Institutsdirektor. Der gebürtige Nordhesse war bis zu seinem Ruhestand Direktor des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Detlef Altenburg zählte zu den wichtigsten deutschen Musikwissenschaftlern. Er war verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift "Die Musikforschung", Präsident der Gesellschaft für Musikforschung und Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrates.

"Wir sind tief betroffen von dieser völlig unerwarteten Nachricht", sagte der Präsident der Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar, Prof. Dr. Christoph Stölzl. "Detlef Altenburg hat in herausragender Weise den Stellenwert der musikwissenschaftlichen Forschung und Lehre in Weimar befördert und für eine internationale Ausstrahlung gesorgt. Seine Verdienste vor allem um das Werk Franz Liszts können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen." Detlef Altenburg zähle zu den "zentralen prägenden Figuren des Fachs Musikwissenschaft der letzten Jahrzehnte", äußerte sich Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt, die derzeitige Direktorin des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Nicht nur habe er als langjähriger Präsident der Gesellschaft für Musikforschung eine bedeutende fachpolitische Stellung eingenommen, auch habe er sich in den Gremien des Deutschen Musikrates sowie in den Wissenschaftsakademien in Erfurt, Leipzig und Mainz für das Fach verdient gemacht. "Seine Forschungsschwerpunkte zu Franz Liszt, der Neudeutschen Schule sowie der Schauspielmusik waren dabei ebenso intensiv seinem Weimarer Wirkungsfeld wie seiner steten Neugier auf musikwissenschaftliche Desiderata verbunden", so Prof. Wiesenfeldt. Dabei sei ihm stets ein interdisziplinärer Ansatz wichtig gewesen.

Detlef Altenburg, geboren 1947 in Hersfeld, studierte Musikwissenschaft, Philosophie, Evangelische Theologie und Religionswissenschaft an den Universitäten in Marburg und Köln. Nach seiner Promotion (1973) mit einer Arbeit über die Clarinblaskunst vom 16. bis 18. Jahrhundert wurde er mit einer Arbeit über Franz Liszt 1980 in Köln habilitiert. Nach einer Lehrstuhlvertretung in Göttingen und einer Gastprofessur in Lissabon wurde er 1983 Professor für Musikwissenschaft an der Universität/Gesamthochschule Paderborn und an der Musikhochschule Detmold. 1994 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Musikwissenschaft an der Universität Regensburg, wo er 1995 bis 1997 zusätzlich als Dekan der Philosophischen Fakultät I wirkte. 1999 nahm er den Ruf an die Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar an, wo er bis 2012 das Institut für Musikwissenschaft Weimar | Jena leitete. Von 2008 bis 2010 amtierte er auch als Dekan der Fakultät III der Hochschule. 2010 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

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