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Dienstag, 11. Dezember 2018

Großer Kunstpreis geht an Regisseur Frank Castorf

Berliner Kunstpreise für Sopranistin Anna Prohaska und Komponist Stefan Prins

Berlin, . Der Regisseur und Intendant Frank Castorf erhält den Großen Kunstpreis Berlin 2016. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird jährlich im Turnus ihrer sechs Abteilungen von der Akademie der Künste verliehen. Die Juroren Constanze Becker, Christian Gerhaher und Ulrich Matthes würdigten Castorf für sein mittlerweile 25-jähriges Theaterschaffen an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Der mit 5.000 Euro dotierte Kunstpreis in der Sektion Musik geht an den belgischen Komponisten Stefan Prins, während die Sopranistin Anna Prohaska den Preis der Sektion Darstellende Kunst in gleicher Höhe erhält.

Frank Castorf wurde am 17. Juli 1951 in Berlin geboren. Er studierte Theaterwissenschaft bei Ernst Schumacher, Rudolf Münz und Joachim Fiebach an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1976 bis 1979 war er Dramaturg am Bergarbeitertheater Senftenberg und von 1979 bis 1981 Regisseur am Stadttheater Brandenburg (Havel). Anschließend war er bis 1985 als Oberspielleiter am Theater Anklam tätig, wo er auf Druck des SED-Regimes abgesetzt wurde. In der Folgezeit arbeitete er für verschiedene Theater der DDR und bereits vor der Wende 1989 auch an Westdeutschen Bühnen. 1990 wurde er Hausregisseur am Deutschen Theater Berlin und 1992 Intendant der Berliner Volksbühne. Von 2003 bis 2004 war er zudem künstlerischer Leiter bei den Ruhrfestspielen. Gastregien führten ihn nach Basel, Wien, Hamburg und Zürich. 2013 inszenierte er bei den Bayreuther Festspielen den Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen". Viele seiner Regiearbeiten wurden mit Theaterpreisen ausgezeichnet, seit 1994 ist er Mitglied der Akademie der Künste. Seine Intendanz an der Berliner Volksbühne geht 2017 zu Ende.

Anna Prohaska wurde 1983 in Neu-Ulm geboren und wuchs in einer Musikerfamilie mit österreichischen Wurzeln auf. Sie erhielt eine umfassende musikalische Ausbildung in den Fächern Klavier, Musiktheorie und Stimmbildung bei Eberhard Kloke. Noch vor ihrem Abitur begann sie ein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Norma Sharp, Brenda Mitchell sowie Wolfram Rieger. Im Jahre 2003 besuchte sie die Académie Européenne de Musique in Aix-en-Provence sowie 2006 die Händel-Akademie Karlsruhe. Sie war Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper Unter den Linden und trat ab 2009 bei den Salzburger Festspielen auf. Sie arbeitete mit den Berliner Philharmonikern und zahlreichen weiteren internationalen Orchestern zusammen und ist auf verschiedenen Opernbühnen aufgetreten. Sie ist Trägerin des Österreichischen Musiktheaterpreises, des Daphne-Preises und des Schneider-Schott-Musikpreieses Mainz.

Der "Kunstpreis Berlin - Jubiläumsstiftung 1848/1948" wird seit 1971 von der Akademie der Künste verliehen. Er wurde in Erinnerung an die März-Revolution von 1848 vom Berliner Senat gestiftet. Frühere Preisträger im Bereich Musik waren unter anderem György Kurtág, Enno Poppe und Wolfgang Rihm.

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