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Freitag, 5. Juni 2020

Neues Konzept sieht für 2016 Verkleinerung der Messe vor

Frankfurter Musikmesse mit weniger Besuchern

Frankfurt, . Die Frankfurter Musikmesse und die parallel stattfindende Branchenmesse "Prolight + Sound" sind am Samstag mit einer leicht rückläufigen Besucherzahl zu Ende gegangen. Insgesamt kamen laut Detlef Braun, dem Geschäftsführer der Messe Frankfurt, an den vier Öffnungstagen etwa 108.000 Besucher aus 146 Ländern. Bereits im Vorjahr war die Zahl der Besucher von 113.000 auf 110.000 zurückgegangen. Auch als Konsequenz daraus wurde für das kommende Jahr ein neues Messekonzept vorgestellt, das eine Verkleinerung der Musikmesse bei einer gleichzeitigen Erweiterung von "Prolight + Sound" vorsieht. Die in Umfragen ermittelte Zufriedenheit der 2.257 Aussteller stieg gegenüber dem Vorjahr an. Während der Messe gab es in diesem Jahr über 1.000 Konzerte, Workshops, Autogrammstunden und Präsentationen.

Teil des neuen Konzepts ist auch die Öffnung der Messe für die Öffentlichkeit an allen vier Tagen. Damit würden neue Kontaktmöglichkeiten zwischen Herstellern und Endverbrauchern geschaffen, so Braun. Das neue Konzept reflektiere auch das schwieriger gewordene Marktumfeld der Musik, das auf Veränderungen im Freizeitverhalten und daraus resultierende Kaufkraftverluste zurückgehe. Die Entwicklung habe im Austausch zwischen Ausstellern und Partnern stattgefunden: "Die Rückmeldungen haben uns darin bestärkt, sowohl am Standort Frankfurt als auch am Frühjahrstermin festzuhalten und die internationale Komponente sowie die Angebote für Musiker und Musikinteressierte noch weiter zu stärken."

Die Frankfurter Musikmesse wurde 1980 zum ersten Mal durchgeführt. Sie findet in der Regel im ersten Quartal des Jahres an vier aufeinanderfolgenden Tagen statt. Davon waren bis jetzt die ersten zweieinhalb Tage dem Fachpublikum vorbehalten, danach war die Messe für die Öffentlichkeit zugänglich. Ausgestellt werden Musikinstrumente, Software und Hardware aus dem Musikbereich sowie Noten und Zubehör.

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Bisherige Kommentare:

  1. Besucherzahlen bei der Musikmesse Frankfurt
    Nun ist es also endlich passiert: Das Eingeständnis bezüglich der rückläufigen Besucherzahlen hätte man schon letztes Jahr oder sogar eher erwarten können, würde die Messegesellschaft FFM nicht schon seit längerem die Statistik in der Form beinflussen bzw. passiv manipulieren, indem Sie Endverbrauchern auch an den ersten Messetagen den Zutritt erlaubt und so das eigentliche Ziel, nämlich den teilnehmenden Herstellern eine erfolgreiche Händlermesse zu präsentieren, konterkariert. Die Tragik liegt darin, dass es selbst trotz dieser teilweise fragwürdigen Mechanismen nicht gelungen ist, die Besucherzahlen zu halten bzw. zu erhöhen, was zugegebenermassen auch an der Entwicklung der Medien bzw. der gut organisierten Musikfachgeschäfte liegen kann. In Zeiten von Youtube usw. ist nicht mal mehr eine exklusive Instrumenten-Präsentation ein Muss, diese Messe zu besuchen, und eine Instrumenten-Ausstellung findet man auch in den o.g. gut sortierten Fachgeschäften, bei deren Betreten man nicht 30 Euro oder mehr bezahlen muss. Der Versuch einer Schubumkehr kommt eventuell zu spät: Die Verlagerung in 2016 auf die Wochentage der NAMM-Show (Donnerstag bis Sonntag) sowie die gleichzeitige Öffnung aller Tage für das Publikum machen aus der Musikmesse Frankfurt definitiv eine Verbrauchermesse (was grundsätzlich nicht zu kritisieren wäre), aber die Hersteller werden sich genau überlegen, ob und in welcher Form sich eine hochpreisige Präsentation in diesem Fall noch lohnt. Man wird die nächste Messe abwarten müssen, um den Trend zu registrieren. Von Phoenix aus der Asche bis Kollateralschaden (Aufgabe dieses Messeprojekts in Frankfurt) ist alles möglich und bei den Verantwortlichen eventuell sogar schon Diskussionsgegenstand.
    Nutzer_PUSLGLB, 22.04.2015, 15:13 Uhr

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