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Sonntag, 23. September 2018

Auszeichnung ist mit 100.000 Kanadischen Dollar dotiert

Komponist Philip Glass mit Glenn Gould-Preis ausgezeichnet

Toronto, . Der US-amerikanische Komponist Philip Glass wurde als 11. Preisträger des Glenn Gould-Preises ausgewählt. Die Auszeichnung ist mit 100.000 Kanadischen Dollar (etwa 75.150 Euro) dotiert. Als Begründung wurde sein weitreichender Einfluss in verschiedenen Bereichen des künstlerischen und intellektuellen Lebens genannt. So habe er neben Opern, Symphonien, Ensemblewerken und Filmmusiken auch eine Vielzahl von genreübergreifenden Kunstprojekten entwickelt. Der Leiter der Glenn Gould Stiftung, Brian Levine, bezeichnete ihn als Künstler von großer Originalität, Überzeugung und Vision. Glass erklärte, dass der Preis für ihn eine besondere Ehre sei, da er wie viele andere Musiker von Glenn Gould inspiriert gewesen sei.

Philip Glass wurde am 31. Januar 1937 in Baltimore, Maryland, als Sohn eines Schallplattenhändlers geboren und begann im Alter von sechs Jahren mit dem Geigenspiel, später mit Flöte. Zwischen 1952 und 1956 studierte er Mathematik und Philosophie an der University of Chicago und schloss mit dem Bachelor of Arts ab. Bis 1962 studierte er an der Juilliard School of Music in New York Klavier, machte dort den Master of Science, und lernte in Aspen bei Darius Milhaud. Ab 1964 studierte Glass zwei Jahre lang bei Nadia Boulanger in Paris. Dort lernte Glass auch den indischen Komponisten Ravi Shankar kennen, der ihn um die Transkription seiner indischen Musik in die westliche Musiktradition bat. Nach ersten Reisen durch Asien und Afrika wurde er Buddhist und gilt als wichtiger Unterstützer des tibetischen Freiheitskampfes. Nach seiner Rückkehr in die USA gründete Glass das Philip Glass Ensemble. Sein umfangreiches Schaffen umfasst bislang zahlreiche Opern, Sinfonien, Konzerte sowie Kammer- und Filmmusik, darunter auch der Soundtrack zu dem Film "Koyaanisqatsi", durch den Glass 1983 internationale Popularität erlangte. Glass gilt als einer der Hauptvertreter der sogenannten Minimal Music.

Der Glenn Gould Preis wurde 1983 von der Glenn Gould Foundation in Andenken an den kanadischen Komponisten und Pianisten Glenn Gould (1932-1982) gegründet. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre an eine Person in Anerkennung ihres Beitrags zur Musik und Kommunikation verliehen. Die Preisträger erhalten neben dem Preisgeld auch die Verantwortung, den Empfänger des City of Toronto-Glenn Gould International Protégé Prize in Music zu wählen. Unter den früheren Preisträgern sind Yehudi Menuhin, Oscar Peterson, Yo-Yo Ma, Pierre Boulez, Leonard Cohen und Robert Lepage.

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