> > > Claudio Abbado findet letzte Ruhestätte im Engadin
Montag, 24. Januar 2022

Ehrentafel auf Mailänder Zentralfriedhof enthüllt

Claudio Abbado findet letzte Ruhestätte im Engadin

Sils Maria, . Der Dirigent Claudio Abbado, der im Januar 2014 im Alter von 80 Jahren verstorben war, hat seine letzte Ruhestätte in Sils Maria im Engadin gefunden. Laut der italienischen Tageszeitung "La Stampa" hat dies Abbados Familie mitgeteilt. Die Kinder des Dirigenten traten damit Meldungen entgegen, denen zufolge Abbado angeblich in Alghero auf Sardinien begraben sei, wo er eine Immobilie besaß. Die Zeitung veröffentlichte darüber hinaus ein Bild des Grabsteines. Auf dem Zentralfriedhof seiner Heimatstadt Mailand wurde zwischenzeitlich eine Tafel zu Ehren Abbados enthüllt.

Claudio Abbado wurde 1933 in Mailand geboren. Bei seinem Vater lernte er das Klavierspiel. Bis 1955 studierte er Orchesterleitung, Klavier und Komposition am Mailänder Konservatorium, anschließend bei Hans Swarowsky in Wien. 1958 erhielt Abbado seinen ersten Lehrauftrag für Kammermusik am Konservatorium in Parma. Im gleichen Jahr leitete er in Triest mit Sergej Prokofjews (1891-1953) "Die Liebe zu den drei Orangen" seine erste Opernaufführung. Mit dem Gewinn des Mitropoulos-Wettbewerbs 1963 in New York begann Abbado eine fünfmonatige Assistenzzeit bei Leonard Bernstein (1918-1990) und dem New York Philharmonic Orchestra. Ab 1971 war er Musikdirektor an der Mailänder Scala, wo er zwischen 1980 und 1986 Chefdirigent war. Außerdem arbeitete er eng mit dem London Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, der Wiener Staatsoper, den Berliner Philharmonikern sowie den Salzburger Osterfestspielen zusammen. 1988 gründete Abbado das Festival "Wien Modern". Abbado ist Gründer des European Community Youth Orchestra und des Gustav Mahler Jugendorchesters. Im Oktober 1989 wurde Abbado von den Berliner Philharmonikern zum Nachfolger Herbert von Karajans als künstlerischer Leiter des Orchesters gewählt. 2002 beendete er seine Zeit in Berlin und ging später wieder nach Italien zurück. Ab 2003 leitete Abbado das Lucerne Festival Orchestra, das er gemeinsam mit Intendant Michael Haefliger gründete. Im August 2013 wurde er vom italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Am 20. Januar 2014 starb er Bologna.

Sils Maria ist einer der beiden Ortsteile von Sils, einer kleinen Gemeinde im schweizerischen Engadin. Der (ohne Feriengäste) rund 750 Einwohner zählende Ort gehört zum Kanton Graubünden. Die malerische Lage zog in der Vergangenheit zahlreiche Prominente an, darunter Künstler wie Hermann Hesse. Auch Friedrich Nietzsche wählte den Ort für mehrere Aufenthalte zur Sommerfrische. Bis heute lebt der Ort vor allem vom Tourismus.

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