> > > Kölner Traditions-Musikhaus Tonger meldet Insolvenz an
Dienstag, 19. Februar 2019

Filialen in Köln, Düsseldorf und Bonn mit 40 Mitarbeitern betroffen

Kölner Traditions-Musikhaus Tonger meldet Insolvenz an

Köln, . Das Kölner Musikhaus Tonger hat beim Amtsgericht Köln einen Insolvenzantrag gestellt. Das Traditionsunternehmen, das auch Filialen in Düsseldorf und Bonn besitzt, ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Als Grund dafür wird vom Unternehmen unter anderem ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Vermieter des vorherigen Hauptsitzes in Köln angegeben. Dabei habe man gegen die andauernde geschäftsschädigende Einrüstung des Hauses geklagt und überraschend verloren. Zudem habe man die Entwicklung des Musikalienhandels "verschlafen", so hätten der wachsende Internethandel und billige Importe aus China die wirtschaftliche Situation verschlechtert. Das Unternehmen steht aktuell vor einem Generationenwechsel, die auch eine "Grundrenovierung und Modernisierung" mit sich bringen müsse. Die Planinsolvenz biete nun die Möglichkeit, weiterhin für die Kunden da zu sein: Insolvenzverwalter Prof. Ralf Sinz zeigte sich in ersten Gesprächen bereits optimistisch. Die 40 Arbeitsplätze an den drei Standorten Köln, Bonn und Düsseldorf könnten auf diese Weise vermutlich erhalten werden.

Das Musikhaus Tonger wurde 1822 von Augustin Josef Tonger in Köln gegründet und ist damit eine der ältesten Musikalienhandlungen in Deutschland. Zeitweise war das Unternehmen auch als Verlag tätig und gab 1886 die erste deutsche Musikzeitschrift heraus. Diese Sparte wurde im Jahr 1951 zu einem eigenständigen Unternehmen. Aktuell zählen Musikinstrumente, Noten und CDs zum Sortiment, außerdem gibt es eine eigene Instrumentenwerkstatt. Geschäftsführer ist seit 1972 Lutz Wentscher.

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