> > > Insolvenz der Städtischen Theater Chemnitz abgewendet
Samstag, 19. Oktober 2019

Anhaltinisches Theater Dessau verliert derweil Schauspiel- und Balletsparte

Insolvenz der Städtischen Theater Chemnitz abgewendet

Chemnitz/Dessau, . Der Rat der Stadt Chemnitz hat nach vierstündiger Debatte die Eckwerte des neuen Haustarifvertrags der finanziell angeschlagenen Städtischen Theater gebilligt. Die Vereinbarung war zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaft ausgehandelt worden, um das Theater aus der finanziellen Misere zu führen. "Fünf Jahre Sicherheit für eine Einrichtung, die Kunst produziert - das ist ein hoher Wert", so Geschäftsführer Christoph Dittrich nach der Abstimmung. Der neue Vertrag sieht einen Verzicht der rund 452 Mitarbeiter und Künstler auf einen Teil des ihnen laut Flächentarifvertrag zustehenden Gehalts vor, was für die Mitarbeiter in Technik und Verwaltung etwa zehn Prozent weniger Geld bedeutet. Die 99 Orchestermusiker teilen sich 86 Stellen, was einer Differenz von etwa 14 Prozent entspricht. Über natürliche Abgänge sollen langfristig zudem 43 Stellen eingespart werden.

Im Gegenzug will die Stadt ihre Zuschüsse von derzeit 25,3 Millionen Euro von 2016 bis 2018 schrittweise auf knapp 27 Millionen Euro erhöhen. Dazu wurde Dittrich beauftragt, ein Konzept für den weiteren Abbau von 40 bis 60 Stellen ab 2019 vorzulegen. Der neue Haustarifvertrag war durch das Auslaufen der vorherigen Übereinkunft Ende 2013 nötig geworden. Ohne die nun erzielte Einigung hätten die Mitarbeiter nach Flächentarif bezahlt werden müssen, was für das Theater ein Defizit von 3,2 Millionen Euro und vermutlich die Insolvenz bedeutet hätte. So bleiben zunächst alle fünf Sparten des Theaters erhalten.

Im benachbarten Sachsen-Anhalt hingegen verliert das Anhaltinische Theater Dessau ab 2016 mit Schauspiel und Ballett vermutlich zwei Sparten zugleich. Dies hatte Kultusminister Stephan Dogerloh in einem Interview angekündigt. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung halte er die Schließung einzelner Sparten für unausweichlich, so Dogerloh. Das Ministerium und Dessaus Finanzdezernentin Sabrina Nußbeck hätten einen entsprechenden Vertrag ausgehandelt nach dem Orchester, Chor, Puppentheater und Theaterpädagogik zunächst erhalten bleiben. Schauspiel und Ballett müssten künftig hingegen für Aufführungen eingekauft werden, das Geld dafür stehe jedoch zur Verfügung.

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