> > > Diskussion um Einfluss der Stadt Bayreuth auf Richard Wagner-Festspiele
Samstag, 15. Dezember 2018

Richard Wagner

Spannungen zwischen Stadtführung und Festspielleitung?

Diskussion um Einfluss der Stadt Bayreuth auf Richard Wagner-Festspiele

Bayreuth, . Der Einfluss der Stadt Bayreuth auf die Bayreuther Festspiele soll Medienberichten zufolge eingedämmt werden. Durch die geplante Satzungsänderung werde die Leitung der Festspiele künftig auf Vorschlag des Verwaltungsrats von der Gesellschafterversammlung berufen oder abberufen. Dazu solle statt der bisher notwendigen Einstimmigkeit auch eine Dreiviertelmehrheit ausreichen, womit der Bund, der Freistaat Bayern und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth die Stadt in dieser Frage überstimmen könnten. Ebenso soll das Mitspracherecht der Richard-Wagner-Stiftung wegfallen. Als Hintergrund für diesen Schritt wurden Spannungen zwischen Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und der Leitung der Festspiele genannt. Außerdem herrsche Unmut darüber, dass die Stadt nur einen Bruchteil der Sanierungskosten des Festspielhauses übernehme. Diese werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt, die Arbeiten dauern vermutlich noch bis 2021 an.

Kunstreferent Toni Schmid aus dem bayerischen Kunst- und Kulturministerium und zugleich Chef des Verwaltungsrates bestätigte, dass es eine Satzungsänderung geben werde. Zu dem genauen Inhalt machte er jedoch keine Angaben, da erst im November über die Satzung und den neuen Mietvertrag für das Festspielhaus entschieden werde. Brigitte Merk-Erbe hatte gegen den neuen Vertrag gestimmt, mit dem das Haus bis 2040 unkündbar an die Festspiele GmbH vermietet würde. Schmid betonte: "Die Gesellschafter stecken viel Geld in das Festspielhaus, Steuergelder. Bei Änderungen in der Satzung geht es darum, dass die Geldgeber dann auch Garantien haben müssen, dass sie das Festspielhaus noch in zehn, zwanzig Jahren nutzen können. Als Geldgeber brauchen wir Sicherheiten auf Mitbestimmung, was geschehen wird."

Die Bayreuther Festspiele wurden 1876 mit der zyklischen Gesamtdarstellung des "Ring des Nibelungen" zum ersten Mal veranstaltet. Nach dem Tode Richard Wagners wurden sie zunächst von seiner Frau Cosima, dann von Sohn Siegfried und bis 1944 von dessen Frau Winifred fortgeführt. Nach dem zweiten Weltkrieg öffnete das Haus 1951 wieder seine Pforten. Seit 1973 ist die Richard-Wagner-Stiftung Träger des Opernfestivals. Die Leitung der Festspiele liegt nach wie vor in den Händen der Familie Wagner. Nach dem Rücktritt des langjährigen Leiters Wolfgang Wagner 2008 übernahmen dessen Töchter, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, die Leitung der Bayreuther Festspiele.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Richard Wagner

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Theater Schwerin: Kritik an Theaterleitung
Gesellschafter fordern Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Situation (13.12.2018) Weiter...

Festspiele Erl: Vergleich mit Blogger Markus Wilhelm gescheitert
Blogger will Artikel nicht widerrufen (13.12.2018) Weiter...

Prix Jeunes Solistes für Perkussionistin Marianna Bednarska
Auszeichnung ist mit 25.000 Schweizer Franken dotiert (12.12.2018) Weiter...

Maximiliansorden für Komponist Jörg Widmann und Tenor Jonas Kaufmann
Bayern ehrt Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst (12.12.2018) Weiter...

Stuttgart: Kein Konzerthaus im Park der Villa Berg
SPD und Grüne stoppen Überlegungen des Oberbürgermeisters (12.12.2018) Weiter...

Hummel-Flügel vor Restauration
Instrument soll bis 2028 restauriert sein (11.12.2018) Weiter...

Theater Lübeck erhält Spende über 50.000 Euro
Opernproduktion soll mit Spendengeldern finanziert werden (11.12.2018) Weiter...

Komponist Nikolaus Brass erhält Lindauer Kulturpreis
Auszeichnung ehrt Kulturschaffende der Stadt (11.12.2018) Weiter...

Elbphilharmonie Hamburg: Letzte Wohnung ist verkauft
Appartment kostete 11 Millionen Euro (10.12.2018) Weiter...

Land Oberösterreich übernimmt Kosten nach Ausstieg aus Linzer Theatervertrag
Landestheater ohne finanzielle Ausfälle (10.12.2018) Weiter...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/12 2018) herunterladen (4200 KByte) Class aktuell (4/2018) herunterladen (2986 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Franz Lehár: Kaiserin Josephine - Ich heiße Sie alle ganz herzlich willkommen!

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich