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Samstag, 25. November 2017

Einmalzahlung in Höhe von 1,7 Millionen Euro soll Orchester retten

Hamburger Symphoniker von Insolvenz bedroht

Hamburg, . Die Hamburger Symphoniker stehen nach einer früheren Entschuldung im Jahr 2007 erneut vor finanziellen Problemen. Eine Einmalzahlung in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus dem Haushaltsjahr 2013 soll nun das Defizit ausgleichen, das sich seitdem wieder aufgebaut hat. Als Gründe für die finanzielle Misere nennt die Hamburger Kulturbehörde "eine Höhergruppierung der Musikergehälter, rückläufige oder ausgefallene Einnahmen und nicht erfüllte Spendenerwartungen".

Gleichzeitig kündigte der Hamburger Senat einen Sparplan für das Orchester bis zur Saison 2019/20 an. Dabei sollen die Zahl der Veranstaltungen von 138 auf 107 Termine pro Jahr reduziert werden. Das aktuelle Defizit von 1,3 Millionen Euro wurde bisher durch saisonübergreifende Etat-Vorgriffe kurzfristig ausgeglichen. Mit der Einmalzahlung soll nun sowohl das Defizit getilgt als auch mit den restlichen 390.000 Euro ein "auskömmliches Wirtschaften bis 2019/20" ermöglicht werden.

Die Kulturbehörde fördert das Orchester mit jährlich 4,87 Millionen Euro, doch trotz regelmäßiger Bilanz-Abfragen hätte man die Situation nicht kommen sehen: "Die Hamburger Symphoniker sind ein eigenständiger Verein, weshalb der Einfluss der Behörde begrenzt ist. Seit 2011 gibt es sehr enge Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die jedoch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht erfüllt wurden."

Neben dem NDR Symphonieorchester und den Hamburger Philharmonikern sind die Symphoniker das dritte große Orchester der Stadt. Der Klangkörper wurde 1957 gegründet, erster Chefdirigent war Robert Heger. Seit der Saison 2009/10 hat Jeffrey Tate diese Position inne, Intendant des Orchesters ist Daniel Kühne. Auf sein Betreiben hin wurde das Orchester im Januar 2010 als A-Orchester anerkannt, mit der entsprechenden tariflichen Höherstellung der Musiker. Die nach Angaben des Senats erfolgte Erhöhung der Förderung seit 2003 um 1,92 Millionen Euro reichte offenbar nicht aus, um dies aufzufangen. Die Besucherzahlen seien zwar von 2007 bis 2012 um 61,4 Prozent gestiegen, die Zahl der Eigenveranstaltungen im selben Zeitraum jedoch um 131 Prozent.

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