> > > Pariser Orgeln mit dringendem Renovierungsbedarf
Mittwoch, 20. Februar 2019

Mittel für religiöses Kulturerbe wurden seit dem Jahr 2000 um die Hälfte reduziert

Pariser Orgeln mit dringendem Renovierungsbedarf

Paris, . Die Stadt Paris besitzt mit 126 von insgesamt 234 die meisten Orgeln in öffentlicher Hand weltweit. Die öffentlichen Mittel reichen jedoch nach Angaben von Catherine Hubault, Leiterin der städtischen Abteilung für kulturelles Erbe und Geschichte, nicht aus, um die Instrumente ausreichend in Stand zu halten. Mit etwa 250.000 Euro pro Jahr könne man etwa 15 Orgeln in Stand halten, die Restauration einer einzigen Orgel würde jedoch eine halbe bis 1,5 Millionen Euro kosten. Seit dem Jahr 2000 sei das Budget für religiöses Kulturerbe von 120 auf 60 Millionen Euro gekürzt worden, während die öffentliche Förderung insgesamt von 3 auf 8 Milliarden Euro angestiegen sei, so Maxime Cumunel, Leiterin der Aufsicht über religiöses Kulturerbe. Das Hauptproblem sei, dass Orgeln im Zeitalter von schwindendem religiösem Interesse der Bevölkerung zunehmend an Bedeutung verlieren, so Catherine Hubault. Wenn sich die Politik zwischen sozialer Förderung und Orgelreparaturen entscheiden müsse, wähle man meistens ersteres.

Dabei herrscht derzeit nach Angaben von Orgelexperte Eric Bottier bei zwei Dritteln der städtischen Orgeln größerer Renovierungsbedarf. Er bezeichnete die Situation als "alarmierend", da mit den vorhandenen Mitteln gerade einmal die Orgeln mit starken Beschädigungen repariert werden könnten. Neben normalem Verschleiß sind Staub und Luftverschmutzung die Hauptursachen für Probleme bei den Instrumenten. Reparaturarbeiten am Kirchengebäude schaden der Orgel durch unzureichende Schutzmaßnahmen häufig zusätzlich, da Sand und Gestein ins Innere eindringen kann. Dies sei laut Bottier etwa bei Saint-Pierre de Montrouge der Fall gewesen. Auch schade auf Dauer die trockene Heizungsluft den historischen Instrumenten.

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