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Montag, 10. Dezember 2018

Antonio Vivaldi

Violinkonzerte op.8 ('Quattro Stagioni')

Von den 477 Konzerten, die Vivaldi im Laufe seines Lebens komponiert hat, haben die ersten vier Violinkonzerte seines Opus 8 besondere Berühmtheit erlangt. Jedes dieser vier Konzerte schildert auf musikalische Weise eine der vier Jahreszeiten. Der Komponist, der auch als Violinvirtuose verehrt wurde, nutzt dabei alle technischen Möglichkeiten der Violine, die im Laufe des 17. Jahrhunderts von der venezianische Geigenschule entwickelt worden waren.


Als Vivaldi 1678 in Venedig zur Welt kam, konnte die Lagunenstadt bereits auf eine bedeutende musikalische Vergangenheit zurückblicken: Ottaviano Petrucci, der Erfinder des Notendrucks mit beweglichen Typen, hatte Venedig zum internationalen Zentrum der Musikverleger gemacht. Die bedeutenden Komponisten Willaert, Andrea und Giovanni Gabrieli und Monteverdi lebten und schufen an diesem Ort, den seine Einwohner stolz "Serenissima Republica" nannten. Im Jahre 1637 entstand hier das erste öffentliche Opernhaus San Cassiano, benannt nach der nächstgelegenen Kirche. Venedigs Ruhm als Musikmetropole gründete sich aber nicht zuletzt auf die sogenannten Ospedali. Die ursprünglich als Wohlfahrtseinrichtungen zur Erziehung von verwaisten oder ausgesetzten Kindern gedachten Heime entwickelten sich seit Anfang des 17. Jahrhunderts zu musikalischen Konservatorien, die inzwischen nur noch Mädchen aufnahmen und virtuose Sängerinnen und Instrumentalistinnen hervorbrachten. Die regelmäßigen Konzerte der führenden Ospedali boten dem Zuhörer ein hohes künstlerisches Niveau und waren nicht nur in Venedig berühmt. Auch Goethe konnte sich noch 1786 von der Kunst der "ospedaliere" überzeugen. Von einem Konzert im Ospedali dei Mendicanti berichtet er in der Italienischen Reise: "Den Plan in der Hand suchte ich mich durch die wunderlichsten Irrgänge bis zur Kirche der Mendicanti zu finden. Hier ist das Konservatorium, welches gegenwärtig den meisten Beifall hat. Die Frauenzimmer führten ein Oratorium hinter dem Gitter auf, die Kirche war voll Zuhörer, die Musik sehr schön, und herrliche Stimmen. Ein Alt sang den König Saul, die Hauptperson des Gedichtes. Von einer solchen Stimme hatte ich gar keinen Begriff; einige Stellen der Musik waren unendlich schön, der Text vollkommen singbar, so italienisch Latein, daß man an manchen Stellen lachen muß; die Musik aber findet hier ein weites Feld." Einen ausgezeichneten Ruf besaß auch das Ospedali della Pietà, wo Vivaldi 1703 als "Maestro di violino" angestellt und 1709 zum "Maestro de Concerti" befördert wurde. Hier unterrichtete er bis 1740, leitete die Konzerte, allein 1709 waren es 27, und führte die meisten seiner Concerti auf, die von den jungen Mädchen meisterhaft interpretiert wurden. Noch heute weist eine Gedenktafel auf die einstige Anwesenheit Vivaldis hin:

Gedenktafel am Ospedale della Pietà in Venedig
Gedenktafel am Ospedale della Pietà in Venedig

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