> > > Klavierkonzert
Donnerstag, 21. März 2019

Robert Schumann

Klavierkonzert


Auf dem Titelblatt des Autographs wies Schumann mit Bleistift auf die unterschiedlichen Entstehungszeiten hin: Allegro Leipzig 1841. / Intermezzo u. Rondo / Dresden 1845. Dass die Schumanns Leipzig verließen, hatte mehrere Gründe: Aus gesundheitlichen Gründen gab er die Herausgabe seiner Neuen Zeitschrift für Musik auf, mit Mendelssohn verlies auch der wichtigste Gönner Schumanns Leipzig und die frei werdene Stelle des Orchesterdirigenten am Gewandhaus erhielt Niels Gade; Schumanns Bewerbung wurde zurückgewiesen. Schumann hatte mit der Leipziger Gesellschaft gebrochen und anders ließe sich auch kaum erklären, dass der Komponist die Kulturmetropole gegen das (damals) eher unkultivierte Dresden eintauschte. Die Dresdner Gesellschaft unterhielt sich mit oberflächlichen Moden, gab einer großen oder gar neuen Musik keine Chance. An der 1841 eingeweihten (ersten) Semperoper wurden lediglich zweitklassige Vorstellungen geboten - zu Weltruhm gelangte das Haus erst gegen Ende des Jahrhunderts. Selbst die großen Kapellmeister der Stadt, Carl Maria von Weber und in den Tagen Schumanns der noch junge Wagner, waren in Dresden kaum erfolgreich. Nur ein Musiker erwartete Clara und Robert Schumann, als sie im Sommer 1844 an die Elbe kamen: Ferdinand Hiller, der Widmungsträger des Klavierkonzerts. Hiller (1811-1885) war damals eine bedeutende Persönlichkeit im deutschen Musikleben, er war ein von Hummel ausgebildeter Konzertpianist, wurde als junges Talent sowohl Beethoven als auch Goethe vorgestellt, hatte später verschiedene Dirigentenstellen inne, war aber auch Komponist. Sein Schaffen umfaßt etwa 200 Werke, darunter sechs Opern. Sehr erfolgreich war er mit seinem Oratorium Die Zerstörung Jerusalems und vor allem mit seinem heute vergessenen Klavierkonzert. Während der drei Jahre, die Hiller und Schumann gemeinsam in Dresden verbrachten, machte Hiller unter anderem mit zwei neuen Opern auf sich aufmerksam. Er war damals ohne Zweifel der Erfolgreichere, stand mehr an der Öffentlichkeit und war deshalb auch in der Lage, seinen Kollegen unterstützen zu können. Schumann verdankt diesem Freund viel, unter anderem auch die Stelle des Düsseldorfer Musikdirektors, die er 1850 antreten wird. Hiller war es auch, der am 4. Dezember 1845 die Uraufführung des Klavierkonzerts im Dresdner Hôtel de Saxe dirigierte, in einem Hotel also - einen Konzertsaal gab es ja noch nicht.


Ferdinand Hiller

Weiter...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (3/2019) herunterladen (2500 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Erich Wolfgang Korngold: Eine Nacht in Venedig - Duettiono

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich