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Donnerstag, 21. November 2019

Felix Mendelssohn Bartholdy

Italienische Sinfonie (1833)


 Florenz (Aquarell von Mendelssohn)
Florenz (Aquarell von Mendelssohn)

Der leichte Ausdruck der Musik läßt nichts von den Schwierigkeiten erahnen, die Mendelssohn bei der Komposition der Sinfonie hatte. Wie aus einem Brief vom Februar 1833 an Carl Klingemann hervorgeht, hatte sich Mendelssohn selbst unter Druck gesetzt: Wie meine Sinfonie wird? Ich weiß es selbst noch nicht, und bin noch sehr im Zweifel darüber, aber auf jeden Fall sehr in a-dur und sehr lustig, und der letzte Satz ein etwas mildes a-moll-Stück; ich habe mir noch nie für ein Stück von mir so herzlich Gelingen gewünscht wie für dieses, und deshalb bin ich fast befangen dabei und fürchte, es wird nicht so, wie ich gerne möchte. Vier Wochen später war Mendelssohn mit der Komposition fertig und äußerte sich zunächst zufrieden. Im Mai wurde das Werk bei der Uraufführung in London begeistert aufgenommen. Die Londoner Musikzeitung Harmonicon sprach vorausschauend von einer Komposition, die viele Generationen überdauern wird. Aber trotz dieses großen Erfolges kamen dem Komponisten bald - und anscheinend immer größer werdende - Zweifel an dem Werk. Er dachte an eine grundlegende Überarbeitung und sprach in diesem Zusammenhang von allen vier Sätzen, besonders der erste schien ihm nicht mehr zu gefallen: ... so fürchte ich, ich muß vom 4ten Takt an das ganze Thema verändern, und somit ziemlich das ganze erste Stück, wozu ich aber jetzt keine Zeit habe (Brief vom Sommer 1834 an Moscheles). Mendelssohn, der als Komponist und Dirigent einer doppelten Belastung ausgesetzt war, hatte stets wenig Zeit für Revisionen. Aber hinderte den Komponisten nur der Mangel an Zeit an einer (in seinem Sinne) vollendeten Fassung der Italienischen Sinfonie? Uns liegen heute für den ersten Satz zwei Fassungen vor, für die anderen Sätze sogar drei, doch keine Fassung stellte den Komponisten vollkommen zufrieden. Anscheinend konnte er seinem hohen Anspruch an dieses Werk nicht gerecht werden. So erklärt sich die Tatsache, dass die Italienische Sinfonie nicht mehr zu Lebzeiten des Komponisten verlegt worden ist und es auch keine weiteren Aufführungen mehr gab. Erst am 1. November 1849, zwei Jahre nach Mendelssohns frühem Tod, fand die deutsche Erstaufführung im Gewandhaus unter der Leitung von Julius Rietz statt. Rietz besorgte dann auch die Veröffentlichung der Partitur, wobei er sich an Mendelssohns Revisionen orientierte, aber auch nach eigenem Ermessen Angleichungen vornahm. Wie im Verlagswesen üblich, war die Reihenfolge der Veröffentlichung ausschlaggebend für die Nummerierung der Sinfonien. Die posthum veröffentlichten Nummern 4 und 5 sind vor den Sinfonien Nr. 2 ("Lobgesang") und 3 ("Schottische") komponiert worden.

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