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Freitag, 14. Dezember 2018

Hector Berlioz

Symphonie fantastique (1830)

Die Symphonie fantastique ist das frühe Meisterwerk des eigenwilligen Franzosen Berlioz. Außergewöhnlich in Besetzung, Form und Inhalt schlägt es eine neue Richtung in der Geschichte der Sinfonie ein, weil es in zuvor nicht dagewesenem Maße außermusikalische Inhalte darstellt. Getrieben von eigenen Gefühlen und Erlebnissen komponierte Berlioz eine der berühmtesten Programmusiken des 19. Jahrhunderts.


Es war 1827, als eine Truppe englischer Schauspieler nach Paris kam und dort großen Erfolg mit Shakespeare-Aufführungen hatte. Wie auch zur selben Zeit in Deutschland entdeckte man das Werk des englischen Dramatikers, das Berlioz auf der Bühne des Odéon im englischen Original kennenlernte. Während sich Mendelssohn in Berlin durch Shakespeares Stoffe inspirieren lies, war Berlioz, auch wenn er Shakespeare liebte, einer Schauspielerin verfallen, deren leidenschaftliche Darstellungen der Ophelia oder der Julia ihn faszinierten. Diese Schauspielerin, Harriet Smithson, war der Star jener Jahre in Paris. Ohne sie persönlich kennengelernt zu haben, hatte sich der 26jährige Berlioz unsterblich in diese Frau verliebt. In seinen Memoiren liest man von infernalischer Leidenschaft und von fehlgeschlagenen Versuchen des Komponisten, auf sich aufmerksam zu machen: Ach, ich habe später erfahren, daß sie, die nur ihrer herrlichen Aufgabe lebte, von meinem Konzert, meinem Erfolg, meinen Anstrengungen und von mir selbst nicht einmal hatte sprechen hören. Die leidenschaftlichen Gefühle für Harriet Smithson trieben Berlioz zu immer größeren Unternehmungen und nachdem die Schauspielerin Paris wieder verlassen hatte, war es für den Komponisten selbstverständlich, ihr nach London zu folgen: Wenn ich eine Instrumentalkomposition geschrieben habe, die ich jetzt plane, werde ich aber doch nach London gehen, um sie dort aufführen zu lassen, damit ich vor ihren Augen einen glänzenden Erfolg erziele (Brief vom 3. Juni 1829 an Humbert Ferrand). Hier spricht Berlioz sicher schon von der Symphonie fantastique. Man muß sich, wenn man von seinen Plänen liest, vor Augen halten, dass eine Aufführung mit einem großen Orchester nicht so leicht zu organisieren ist, schon gar nicht für einen unbekannten Franzosen in der Musikmetropole London. Berlioz aber war besessen und verfolgte seine Ziele unnachgiebig, auch wenn der Blick für das Machbare oft fehlte. Aus der Aufführung in London wurde nichts.

: Harriet Smithson in der Rolle der Ophelia
Harriet Smithson in der Rolle der Ophelia

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