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Donnerstag, 28. Oktober 2021

Frédéric Chopin

Klavierkonzert Nr.1 op.11


Chopin hatte mit seiner Musik von Anfang an Erfolg, sein Stil gefiel dem Publikum - ein Glück, das bei weitem nicht alle Komponisten so früh erfahren durften. Auf zwei Besonderheiten ist dieser Erfolg zurückzuführen: zum einen auf das bereits erwähnte polnische Kolorit, das man in Warschau schon allein der Vaterlandsliebe schätze und das in Paris seiner Exotik wegen goutiert wurde - neben Chopin war ja zur selben Zeit auch Liszt mit seinen ungarischen Weisen in der französischen Hauptstadt sehr gefragt. Die andere Besonderheit in Chopins Klaviermusik ist die besondere Melodik, die sich schon in frühen Werken herausbildete und auf den Belcanto-Stil der italienischen Oper zurückzuführen ist. Die Oper war in Chopins Jugendjahren angesehener als jede andere musikalische Gattung und Opernkomponisten wie Bellini oder Donizetti wurden als große Meister verehrt. Im Warschauer Nationaltheater entdeckte Chopin seine Liebe für die Oper, aber er war zu sehr Pianist, um sich selbst ernsthaft der Komposition eines Bühnenwerkes widmen zu können. Statt dessen schuf er in seinem Opus 2 Variationen für Klavier und Orchester über Mozarts Là ci darem la mano aus der Oper Don Giovanni. Chopin gelang es, die ausdrucksvolle Melodik des Belcanto auf das Klavier zu übertragen und ihr durch spezifisch pianistische Spieltechniken eine völlig neue Aussagekraft zu verleihen. Die Klaviermusik Chopins läßt sich vereinfacht wie folgt darstellen: Während die linke Hand das harmonische Fundament schafft, gestaltet die rechte die darüber sich ausbreitende, oft reich verzierte Melodie. Diese Musikauffassung erlaubt nur ein Mindestmaß an Kontrapunktik und man wollte Chopin lange Zeit keinen Platz unter den großen Komponisten zuerkennen, weil er eben auf diesem Gebiet nur wenig zu leisten vermochte. Ebenso bereitete dem jungen Komponisten das Schreiben für Orchester Probleme. Die Unterweisungen in der Instrumentation bei Elsner waren Chopin wohl ein notwendiges Übel, wirklich interessiert hat er sich für die Probleme der Orchestrierung wohl kaum. So zeigten dann auch seine Orchesterbegleitungen zahlreiche Mängel. Der Krakowiak op. 14 wurde 1829 von Wiener Orchestermusikern abgelehnt, sie spielten das Werk erst nach gründlicher Überarbeitung durch Thomas Nidecki, einem anderen Schüler Elsners. Ebenso verbesserte der Warschauer Konservatoriumslehrer Soliva den Orchesterpart des F-Moll-Konzerts. Darüber hinaus wird ein gewisser Ignacy Feliks Dobrzynski mit der Instrumentation der beiden Konzerte in Verbindung gebracht. Sicher ist nur, dass Chopin den kompletten Klavierpart geschrieben hat, und allein dieser macht die Faszination dieser Konzerte aus. Ein Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester, wie es in klassischen Konzerten angestrebt und auch später wieder erreicht wurde, war für Chopin kein Ideal. Er stellte den Pianisten auf ein Podium und ließ den Virtuosen vom Orchester begleiten.

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