> > > Der Freischütz
Dienstag, 25. Januar 2022

Carl Maria von Weber

Der Freischütz


Die Handlung der Oper faßt Weber 1817 in einem Brief an Caroline Brand wie folgt zusammen: "Ein alter kurfürstlicher Förster will seinem braven Jägerburschen Max, seine Tochter und Dienst geben, und der Fürst ist es zufrieden, nur besteht ein altes Gesetz, dass jeder einen schweren Probeschuß ausführen muß. Ein anderer boshafter liederlicher Jägersbursche Kaspar hat auch ein Auge auf das Mädel, ist aber dem Teufel halb und halb ergeben. Max, sonst ein trefflicher Schütze, fehlt in der letzten Zeit vor dem Probeschuße alles, ist in Verzweiflung darüber und wird endlich von Kaspar dahin verführt, sogenannte Freykugeln zu gießen, wovon sechs unfehlbar treffen, dafür aber die siebte dem Teufel gehört. Diese soll das arme Mädchen treffen, dadurch Max zur Verzweiflung und Selbstmord geleitet werden ec. Der Himmel beschließt es aber anders. Beim Probeschuß fällt zwar Agathe, aber auch Kaspar, und zwar wirklich als Opfer des Satans, erstere nur aus Schrecken, warum ec. ist im Stück entwickelt. Das Ganze schließt freudig." Das Gießen von Freikugeln mit der oben beschriebenen Wirkung geht über das Gespensterbuch hinaus auf das Jahr 1710 zurück. Tatsächlich sind es Gerichtsakten der böhmischen Stadt Taus (heute Domazlice), die den etwa achtzehnjährigen Schreiber Georg Schmid betreffen. Jener soll in der Nacht des 30. Juli mit Hilfe eines "Berg-Jägers" 63 Kugeln gegossen haben, von denen 60 treffen und drei notwendig ihr Ziel verfehlen müssen. Schmid wollte beim Zielscheibenschießen Geld gewinnen. Während der teuflischen Prozedur war dem jungen Schreiber übel geworden, er fiel in Ohnmacht und wurde am nächsten Tag in sein Dorf gebracht, wo er sein Vorhaben gestand, zum Tode verurteilt, schließlich aber aufgrund seines jugendlichen Alters zu sechs Jahren Gefängnis begnadigt wurde. Dieser historische Vorfall ging bereits 1730 in die deutsche Literatur ein, als die Unterredungen von dem Reiche der Geister zwischen Andrenio und Pneumatophilo, eine Geschichtensammlung von Otto Graben zum Stein, gedruckt wurde. Im Gespensterbuch, das 1810 erschien, taucht die Geschichte noch einmal auf, hat aber schon einige Modifikationen erfahren: Das Motiv ist nun nicht mehr bloße Geldgier, sondern Liebe, denn nur nach einem geglückten Probeschuß darf der Jägersbursche um die Hand seiner Geliebten anhalten. Webers Oper sollte zunächst "Der Probeschuß" heißen, wurde dann in "Die Jägersbraut" umbenannt und erhielt schließlich - auf Wunsch des Berliner Intendanten Brühl - wieder den Titel "Der Freischütz".

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