> > > Il Barbiere di Siviglia
Donnerstag, 16. September 2021

Gioacchino Rossini

Il Barbiere di Siviglia


"Die Komödie von Beaumarchais mit Namen Il barbiere di Siviglia oder Die vergebliche Vorsicht wird in Rom als komisches Drama unter dem Titel Almaviva oder Die vergebliche Vorsicht aufgeführt. Zweck dessen ist es, das Publikum von dem Respekt und der Verehrung zu überzeugen, mit dem der Komponist des vorliegenden Schauspiels dem berühmten Paisiello begegnet, der den Stoff unter seinem originalen Titel behandelt hat. Als Maestro Gioacchino Rossini eingeladen wurde, dieselbe schwierige Aufgabe zu lösen, hat er ausdrücklich darum gebeten, Il barbiere di Siviglia in neue Verse zu fassen und die musikalischen Nummern anders zu arrangieren - einerseits, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, er habe mit dem unsterblichen Komponisten in Wettstreit treten wollen, der ihm vorangegangen war, anderseits im Hinblick auf die Veränderungen des modernen dramatischen Geschmacks, die sich vollzogen haben, seit der berühmte Paisiello seine Musik geschrieben hat."

Anschließend wird dem Publikum noch der Einsatz der Chöre erläutert - ein wesentlicher Unterschied zu Paisiellos Fassung. Rossini hielt die Oper seines hoch geschätzten Kollegen - man beachte die hofierenden Formulierungen - für nicht mehr zeitgemäß und auch wenn seine neue Fassung bei der Premiere abgelehnt worden war, sie verdrängte schon bald Paisiellos Werk von den Bühnen Europas. Der Komponist des "Barbier von Siviglia" war nun Rossini. In einem Vertrag mit dem Herzog Francesco Sforza-Cesarini vom 15. Dezember 1815 verpflichtete sich der Komponist, für den nächsten Karneval eine komische Oper zu schreiben. Rossini wünschte sich Iacopo Feretti als Autor des Librettos, erhielt aber eine Absage und wandte sich dann an Cesare Sterbini (1784-1831), der den Text von Beaumarchais "in neue Verse gefaßt und für das moderne italienische Theater eingerichtet" hat - so war es auf dem Titelblatt des Librettos zu lesen. Zwischen dem Vertragsschluß und der Uraufführung lagen nur zwei Monate! Rossini konnte zwar sehr schnell arbeiten, aber die ganze Oper wird er kaum in dieser Zeit geschrieben haben. Einige Teile waren sicher schon zuvor komponiert worden und wurden nun in den "Barbier" übernommen. Belegen läßt sich dies am Beispiel der Ouvertüre: Das gleiche Stück diente bereits 1813 als Vorspiel zu "Aureliano in Palmira" und 1815 als Vorspiel zu "Elisabeth, Königin von England" - Rossini verwendete das heute als Barbier-Ouvertüre bekannte Stück also zum dritten Mal. Bemerkenswert ist diese Praxis auch in Hinblick auf die Tatsache, daß die oben genannten Werke ernste Opern sind. Wem die Ouvertüre mit ihrer gravitätischen, langsamen Einleitung also zu tiefsinnig für eine komische Oper erscheint, wird hier eine Erklärung finden.

Karikatur des 'Barbier'
Karikatur anläßlich der ersten Pariser Aufführung: Rossini balanciert die drei Hauptpersonen des "Barbier": Graf Almaviva (rechts), Rosina (Mitte), Figaro (links)

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