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Freitag, 22. November 2019

Ludwig van Beethoven

Sonate Pathétique


1792 begab sich der Einundzwanzigjährige nach Wien, um seine musikalische Ausbildung bei Joseph Haydn abzuschließen. Haydn, viel zu beschäftigt um regelmäßigen Unterricht erteilen zu können, erfuhr nicht, daß Beethoven auch noch bei Albrechtsberger, Schenk und Salieri Unterricht nahm. Mozart war ja im Jahr zuvor gestorben und Beethoven mag es als Trost empfunden haben, daß er den Großmeister 1787 noch kennenlernen durfte. Er bat Mozart im April jenes Jahres um Unterricht, mußte aber nach zwei Wochen nach Bonn zurückkehren, da seine Mutter im Sterben lag. Als Beethoven dann fünf Jahre später ein zweites Mal in die Donaumetropole reiste, sollte der Abschied von seiner Heimatstadt für immer sein. Die Wiener Aristokraten bewunderten zunächst den Klaviervirtuosen Beethoven und sicherten seine Existenz, indem sie ihn als Klavierlehrer engagierten oder ihn gegen gute Gagen in ihren Palais auftreten ließen. Sein erstes öffentlichen Konzert in Wien gab Beethoven erst am 29. März 1795 im Burgtheater. Der Ruf des Komponisten wuchs erst mit der Zeit, in den Neunziger Jahren war Beethoven für das Wiener Publikum ein komponierender Pianist. Betrachtet man die ersten in Wien veröffentlichten Werke, so fällt die starke Verwendung des Tasteninstruments auf: Opus 1 sind drei Klaviertrios, Opus 2 drei Klaviersonaten, Opus 5 zwei Sonaten für Violoncello und Klavier, Opus 6 ist eine Sonate für Klavier zu vier Händen, Opus 7 und 10 enthalten wieder Klaviersonaten, Opus 11 ist ein Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello, Opus 12 bilden drei Sonaten für Violine und Klavier und mit der Opusnummer 13 erschien 1799 die Sonate Pathétique. Bis zur Jahrhundertwende schuf Beethoven also noch keine Sinfonie, keines seiner so bedeutenden Streichquartette sowie keine nennenswerte Kirchen- oder Bühnenmusik. Beethoven war als virtuoser Musiker gefragt, denn als solcher hatte ihn sein Bonner Freund und Gönner Graf Ferdinand von Waldstein an den Wiener Adel empfohlen. Ein besonders gutes Verhältnis hatte Beethoven zum Fürsten Karl Lichnowsky, dem er nicht nur die Sonate Pathétique, sondern auch schon seine Klaviertrios op. 1 gewidmet hat. Beethoven war damals nicht der einzige komponierende Pianist in Wien und wurde noch nicht als Komponistenpersönlichkeit wahrgenommen, denn wie seine Konkurrenten knüpfte auch Beethoven an die Tradition an - vor allem an Haydn und Mozart. Mit der Grande Sonate pathétique, wie der Komponist selbst sein Werk nannte, legte Beethoven ein erstes sehr persönliches, von seinen Vorbildern unabhängiges Werk vor und emanzipierte sich als Komponist.

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