> > > Die Zauberflöte
Mittwoch, 13. November 2019

Wolfgang Amadeus Mozart

Die Zauberflöte


Die Ouvertüre beginnt mit drei stark exponierten Akkorden. Die Zahl 3, für die Freimaurer von großer Bedeutung, ist in der ganzen Oper zu finden: Es erscheinen Drei Damen als Dienerinnen der Königin der Nacht sowie Drei Knaben im Reich Sarastros, das auf der Bühne mit drei Tempeln dargestellt wird. Die Tonart der Ouvertüre, Es-Dur - also mit drei Vorzeichen, liegt zentralen Stücken der Oper zugrunde. Nach einer langsamen Einleitung offenbart sich die Ouvertüre als eine rasante Fuge, die noch einmal kurz von den drei Akkorden unterbrochen und dann wieder im schnellen Tempo fortgesetzt wird. Eine barocke Form nutzt Mozart auch in der Geharnischten-Szene des zweiten Aktes, wo er den protestantischen Choral Ach, Gott, vom Himmel sieh' darein zitiert und in polyphoner Manier durchführt. Auch wenn das Barock nicht als Zeit des Märchens gelten kann, so entführt Mozart den Zuhörer mit diesen historisierenden Kompositionstechniken doch immerhin in die Vergangenheit. Nachdem Tamino, der Held der Oper, von den Drei Damen vor einer Riesenschlange bewahrt worden ist, folgen gleich drei berühmt gewordene Arien: Zunächst tritt Papageno auf, ein Fabelwesen halb Mensch halb Vogel, und stellt sich mit einer volksliedhaften Melodie vor ("Der Vogelfänger bin ich ja"). Dann folgt die sogenannte Bildnis-Arie des Tamino, der mit "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" Pamina, die geraubte Tochter der Königin der Nacht, besingt. In der nächsten Szene kommt es zur Begegnung zwischen der Königin und Tamino. Die nun beginnende groß angelegte Arie besteht aus einem Rezitativ ("O zitt're nicht"), einer langsamen Arie ("Zum Leiden bin ich auserkoren") und einer eigentlich für die italienische Opera seria typische Koloraturarie ("Du wirst sie zu befreien gehen"). Mozart betont damit das Königliche, war doch die Opera seria die höfische Oper und nicht die der Volksbühne. Am Schluß des Duetts "Bei Männern welche Liebe fühlen" verbindet Mozart den liedhaften Stil Papagenos mit den "königlichen" Koloraturen der Pamina. Wie in kaum einer anderen Oper nutzt Mozart seine stilistische Vielseitigkeit zur Charakterisierung der einzelnen Rollen.

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