> > > Die Zauberflöte
Samstag, 20. Juli 2019

Wolfgang Amadeus Mozart

Die Zauberflöte


Emanuel Schikaneder schrieb das Libretto der Zauberflöte. Der Schauspieler, der die Rolle des Papageno übernahm, war zu jener Zeit mindestens so berühmt wie Mozart und wurde vor allem als Hamlet gefeiert. Er beschränkte sich aber keinesfalls auf Shakespeare, sondern bot auf den Vorstadtbühnen unterhaltendes, teilweise sicher auch recht banales Theater für das einfache Volk. Mit seiner Theatertruppe reiste er durch den deutschsprachigen Raum und hatte mal große Erfolge und geriet dann mal wieder in finanzielle Miseren. In eben einer solchen befand er sich, als er seinen Freund und Logenbruder Mozart 1791 bat, eine Zauberoper zu komponieren. Auf den Volksbühnen waren bunte, märchenhafte Stoffe sehr beliebt und Schikaneder hoffte, mit einer entsprechenden Inszenierung seine leere Kassen füllen zu können. Mozart zeigte sich zunächst nicht begeistert, sagte aber schließlich zu. Schikaneders Textvorlage, die unter anderem auf August Jakob Liebeskinds Märchen Lulu oder Die Zauberflöte aufbaut, wird Mozart mit Sicherheit noch beeinflußt haben. Die Arbeit an der Zauberflöte wurde durch den Opernauftrag La clemenza di Tito und der Arbeit am Requiem unterbrochen. Erst zwei Tage vor der Uraufführung am 30. September 1791 beendete Mozart die Komposition. Die Premiere im Theater auf der Wieden war ein mäßiger Erfolg, doch das Werk gewann an Popularität, wurde im folgenden Oktober vierundzwanzigmal aufgeführt und erfüllte zumindest für Schikaneder seinen Zweck: Es füllte die Kasse. Die geniale Musik Mozarts ist für diesen ersten Erfolg wohl weniger verantwortlich als die Tatsache, daß die Oper mit ihrer Handlung "im Trend" lag. Zum einen verlangte das Publikum nach der Zauberposse. Zu jener Zeit waren auf den Volksbühnen ähnliche Stücke wie zum Beispiel Die Zaubertrommel oder Die Zauberzither zu sehen. Zum anderen herrschte damals in Wien eine Ägyptenmode. Der Ort der Handlung wird in der Zauberflöte zwar nicht angegeben, aber die Dekorationen und vor allem die Anrufung der Götter Isis und Osiris lassen auf Ägypten schließen. Auf dem Theaterzettel der Uraufführung heißt es: "Eine große Oper in zwei Akten von Emanuel Schikaneder". Der Name Mozarts wird erst unterhalb der Mitwirkenden aufgeführt:

Theaterzettel der Uraufführung
Theaterzettel der Uraufführung

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