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Samstag, 20. Juli 2019

Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie Nr. 41 ('Jupiter')


Zu den letzten drei Sinfonien gibt es keine Hinweise auf Aufführungen. Wahrscheinlich hat Mozart sie nicht mehr auf dem Konzertpodium erleben können. Die erfolgreiche Zeit war für den Künstler am Ende der Achtziger Jahre vorbei, seine Konzerte waren in der Öffentlichkeit nicht mehr gefragt und allmählich versank Mozart, der für solche Zeiten nicht vorgesorgt hatte, in Schulden. Seine letzte Sinfonie verrät allerdings nichts von diesen widrigen Umständen. Sie strahlt, glänzt, strotzt vor Vitalität und Optimismus: Voller Energie beginnt der erste Satz (Allegro vivace) in dem bei Mozart beliebten Unisono. Kontrastierend folgt das ausdrucksvolle zweite Motiv, um dann wieder dem ersten zu weichen, das diesmal - typisch klassisch - auf der Dominante erklingt. Wieder folgt der zweite Gedanke, wobei die formalen Proportionen gleich bleiben. Im Nachsatz des ersten Themas präsentiert sich das Orchester nun in vollen Akkorden und zeigt sein Klangpotential. Das zweite Thema erscheint dagegen bescheidener, doch nicht weniger belebt. Kurz vor Ende der Exposition führt Mozart - quasi als Überraschung - ein drittes Thema ein, das wahrscheinlich genau den Humor spiegelt, der Mozart zu dieser Idee bewegt haben mag. Mit diesem dritten Thema beginnt dann auch die Durchführung, die neben dem dritten vor allem das erste Thema, nicht aber das zweite, originell verarbeitet. Die Reprise ist in ihrem Einsatz gut zu erkennen, doch zeigt sie im Vergleich zur Exposition in der Überleitung zum zweiten Thema einige Variationen. Gemäß der Sonatensatzform bringt die Reprise kein neues thematisches Material, sondern beschränkt sich auf das dagewesene und läßt auch das dritte Thema kurz vorm Ende noch einmal zu Wort kommen. Der zweite Satz (Andante cantabile) spricht zum Zuhörer durch seine Innigkeit und Ausdruckskraft. Die Harmonik ist hier wesentlich expressiver als in den anderen Sätzen und die überaus präsenten Holzbläser wechseln in der Melodieführung mit den Streichern. Darüber hinaus verwendet Mozart einen beliebten Effekt der Mannheimer Schule: das forte subito. Nur für einen kurzen Moment erklingt der volle Orchesterklang und weicht dann wieder ins piano zurück. Dieser Effekt ist bei Mozart und seinen Zeitgenossen sehr beliebt und findet sich vielen weiteren Werken. Das Menuett, der dritte Satz, ist einem Tanzsatz entsprechend einfach gestaltet. Auffällig ist die Chromatik im Themenkopf, der das ganze Menuett beherrscht. Nur im Mittelteil, dem Trio, verwendet Mozart neue Ideen. Dieses Trio, ein traditioneller Bestandteil des Menuetts, wurde vor Mozarts Zeit von nur drei Instrumenten gestaltet, daher der Name. Mozart verwendet im Trio seiner Sinfonien dagegen stets alle Instrumentengruppen des Orchesters. Nach diesem Mittelteil folgt noch einmal die Wiederholung des Menuetts, diesmal aber in verkürzter Form.

Der Beginn des ersten Satzes in Mozarts Autograph
Der Beginn des ersten Satzes in Mozarts Autograph

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