> > > Klavierkonzert Nr. 21 KV 467
Sonntag, 25. Oktober 2020

Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzert Nr. 21 KV 467


Das Konzert in C-Dur KV 467 gehört zu den meistgespielten Konzerten Mozarts. Wie alle seine Klavierkonzerte ist es dreisätzig, besitzt einen schnellen ersten Satz, ein Andante als Mittelsatz und ein Rondo als Finale. Der erste Satz, und hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zu den barocken Konzerten, folgt in seiner Anlage der Sonatensatzform. Das Orchester beginnt und stellt das erste Thema vor, dessen erste vier Takte unisono erklingen und im wesentlichen aus den gebrochenen Akkorden der Tonika und der Dominante bestehen. In Takt fünf folgt dann als Kontrast eine begleitete Melodie in der ersten Violine und anschließend ein drittes Motiv in den Bläserstimmen. Diese Motive des ersten Themas bilden das Rückgrad des ersten Satzes, der jedoch im weiteren Verlauf noch viele weitere Gedanken aufweist. Besonderes Interesse gilt dabei dem zweiten Thema der Sonatensatzform, das vom Klavier in der Dominanttonart vorgestellt und dann von Flöte und Oboe wiederholt wird. In seiner Anlage ist es wie das erste Thema typisch für die Klassik: Die Melodie beherrscht den musikalischen Satz, während dies im Barock die Baßstimme tat. Die Harmonik ist einfach gehalten und die formale Gestalt ist klar. Es gruppieren sich immer vier Takte zu einer Einheit, wobei die beiden Themen aus zwei mal vier Takten bestehen, sie sind also periodisch aufgebaut. In der gesamten Klassik bildet die Achttaktige Periode die wichtigste formale Einheit. Nach einem längeren Zwischenspiel des Orchesters beginnt das Klavier mit der Durchführung, die sich normalerweise auf die beiden Themen oder zumindest auf das Hauptthema bezieht. In diesem Konzert verarbeitet Mozart weder das erste noch das zweite Thema, sondern zeigt eine Reihe von neuen Einfällen. Die Reprise gestaltet der Komponist aber wieder konventionell, indem er mit dem Hauptthema beginnt und das zweite Thema in der Grundtonart, hier also C-Dur, folgen läßt. Am Ende der Reprise hat der Pianist in der Solokadenz Gelegenheit, über die Themen des Satzes zu improvisieren. Dieser Teil diente dem Solisten auch dazu, seine virtuose Beherrschung des Instruments zu zeigen. Jeder Pianist gestaltet die Solokadenz nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten, wobei Mozart selbst nie zu lange und nie zu virtuos kadenziert hat. Dies zeigt zum Beispiel die Solokadenz zum Klavierkonzert A-Dur KV 488, die er entgegen der Gewohnheit festgelegt hat. Die Solokadenz mündet in das Orchesternachspiel, das den Satz mit einer Erinnerung an das erste Thema beschließt. Der zweite Satz, ein Andante in F-Dur, hat dieses Konzert in der breiten Öffentlichkeit berühmt gemacht. Seine Melodie ist von geradezu überirdischer Schönheit und wird von den Violinen con sordino, also mit Dämpfer, vorgetragen, was zusammen mit den gezupften Bässen eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt. Doch auch die Instrumentation und die ausdrucksvolle Harmonik bestimmen den Ausdruck dieser Musik. Nach verschiedenen weiteren Gedanken und Ausweichungen in andere Tonarten, erklingt das Thema des Beginns noch einmal. Nun steht es aber in der entlegenen Tonart As-Dur und die Melodie zeigt im Vergleich zum Anfang viele Variationen. Der dritte Satz, mit Allegro vivace assai überschrieben, bildet das Finale des Konzerts. Sein Aufbau folgt der für Mozart typischen Rondoform: Das Orchester beginnt den Satz mit dem achttaktigen Thema, das in dieser Form im Verlauf des Stückes noch dreimal wiederkehrt. Bevor das Klavier dieses Thema aufgreift, spielt der Pianist eine kurze Improvisation, von Mozart als Eingang bezeichnet. Auch vor den Wiederholungen des Rondothemas in der Mitte und am Ende des Satzes sind improvisierte Einlagen vorgesehen, wobei die am Ende meist etwas umfangreicher gestaltet wird. Der ganze Satz sprüht vor originellen Ideen, virtuosen Läufen und Überraschungen. Mozart zeigt in diesem Schlußsatz seinen ausgeprägt humorvollen Charakter.

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