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Freitag, 14. Dezember 2018

Georg Friedrich Händel

Der Messias

Noch zu seinen Lebzeiten wurde Händel in England und auf dem europäischen Festland "der Komponist des Messias" genannt und auch heute noch fallen Komponist und Werk meist in einem Atemzug. Was hebt dieses Oratorium nun von Händels übrigem Werk ab, das immerhin 40 Opern, 21 weitere Oratorien, 18 Orgelkonzerte, dazu mannigfaltige Orchester- und Kammermusik umfaßt?


Bach und Händel gelten heute als die überragenden Komponistenpersönlichkeiten der Barockzeit. Das Leben der beiden Musiker, die sich übrigens nie begegnet sind, verlief sehr unterschiedlich. Beide wurden 1685 in Thüringen geboren und begannen ihre Karriere als Organisten, doch auf Händel warteten Erfolge in Deutschland, Italien und vor allem in England, während sich das Leben Bachs auf ein sehr begrenztes Territorium beschränkte und im Vergleich zu Händels Biografie recht glanzlos verlief. Ab 1703 lernte Händel an der Hamburger Oper die Melodik des italienischen Belcanto kennen. Der Einundzwanzigjährige beschloß daraufhin, nach Italien zu reisen und bildete sich in Florenz, Rom, Neapel und Venedig, wo er 1709 mit seiner Oper Agrippina einen ersten großen Erfolg errang. Schließlich aber wurde weder Italien noch Deutschland, sondern London seine Heimat. Der Earl of Manchester, Gesandter in Venedig, hatte Händels Oper gehört und erwähnte, daß die italienische Oper in der britischen Hauptstadt noch in den Kinderschuhen stecke und ein junger, begabter Komponist in der Metropole sehr willkommen wäre. So reiste Händel gegen Ende des Jahres 1710 zum ersten mal nach London und präsentierte sich am 24. Februar 1711 mit der Oper Rinaldo. 1712 läßt sich der Komponist in der Stadt an der Themse nieder und widmet sich bis 1741, dem Jahr des Messias, der Komposition von Opern, wobei er gelegentlich nicht von Mißerfolgen verschont blieb. Trotzdem wurde Händel zum englischen Nationalkomponisten und einige seiner Werke zierten staatliche Feierlichkeiten: 1713 entstand das Te Deum anläßlich des Utrechter Friedens, 1727 folgten die Coronation Anthems zur Krönung Georgs II. und 1749 die Feuerwerksmusik zur Feier des Aachener Friedens. Mit seinen englischen Oratorien erzielte Händel jedoch die breiteste Wirkung, da das aufstrebende Bürgertum und die wiederbelebte englische Chortradition für ein rasche Verbreitung sorgten. In dieser Werkgruppe vereinigten sich die Talente des Komponisten: Es sind die ausdrucksvollen Arien im Stile des Belcanto, die deutsche Kontrapunktik in den Fugen, die englische Klangpracht der Chorsätze und die opernhafte Dramatik, die Händels Musik als eine Synthese europäischer Musikentwicklungen erscheinen lassen.

Ankündigung der Londoner Erstaufführung
Ankündigung der Londoner Erstaufführung

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