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Donnerstag, 22. November 2018

Georg Friedrich Händel

Der Messias


ondoner Erstaufführung

Der Messias, den Händel in der unglaublich kurzen Zeit von nur 24 Tagen schrieb, ist, sowohl was den Text als auch was die Musik betrifft, ein sehr persönliches Werk, das im Gegensatz zu anderen großen Oratorien der Musikgeschichte die Gefühle und Gedanken eines Einzelnen ausdrückt - also kein Vorbild im Glauben darstellt. Die Textvorlage stammt von Charles Jennens, einem reichen Privatmann, der sich dem Schreiben als Amateur hingab. So wie Bachs Matthäus-Passion entstand auch dieses Meisterwerk durch die Zusammenarbeit zweier Künstler von sehr unterschiedlichem Rang. Es gibt keine Handlung im Messias, sondern nur Reflektionen auf das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu. Die Kirche lehnte das Werk damals ab, weil es den geistlichen Führern zu unkonventionell, zu unreligiös war. Andere Oratorien Händels, die zumeist Geschichten aus dem Alten Testament veranschaulichen, waren für die Gemeinde verständlicher. Aber Händel komponierte seine geistlichen Werke ja nicht wie Bach für den Gottesdienst, sondern vielmehr für konzertante Aufführungen. Bach komponierte für die Thomaskirche - Händel für Covent Garden. Die Musik stand hier also im Vordergrund und somit hatte Händel auch mehr Freiheiten und bessere Aufführungsmöglichkeiten als Bach in Leipzig. Man darf annehmen, daß die Oratorienaufführungen in London auf einem hohen künstlerischen Niveau stattfanden, während in Leipzig eine eher mittelmäßige Leistung geboten wurde. Aufgrund dieser äußerlichen Umstände ist es auch verständlich, daß Händel schon zu Lebzeiten berühmt werden konnte und Bach erst nach seinem Tod wirklich gewürdigt wurde. Händels Ruf war auch in Irland bekannt und 1742 bat der irische Vizekönig den Komponisten mit seinem Oratorienensemble nach Dublin, wo der Messias am 13. April zum ersten mal aufgeführt wurde. Neben der besonderen Textvorlage gab es aber noch einen weiteren Umstand, der dieses Oratorium von anderen Werken des Meisters abgrenzte: Der Erlös sämtlicher Aufführungen kam einem wohltätigen Zweck zugute, in Dublin dem Mercer's Hospital, das sich um Strafgefangene bemühte, und später einem Londoner Heim für Findelkinder.

Der Ort der Uraufführung: Neals Music Hall in Dublin.
Der Ort der Uraufführung: Neals Music Hall in Dublin. Die Noten stammen aus der Arie zu Beginn des 3. Teils (Hörbeispiel 6)

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