> > > Präludium und Fuge in Es-Dur
Freitag, 14. Dezember 2018

Johann Sebastian Bach

Präludium und Fuge in Es-Dur

Bach wurde zunächst als Organist bekannt und komponierte für seinen persönlichen Bedarf, so wie es viele damalige Instrumentalisten taten. So bildet denn auch sein umfangreiches Orgelwerk einen wichtigen Bestandteil seines Schaffens. Während seine frühen Werke durch ihre Virtuosität beeindrucken, sind seine späteren Orgelkompositionen, zu denen auch dieses Werk gehört, tiefgründiger und machen über den Notentext eine eigene theologische Aussage.


Bachs Werdegang als Organist begann eigentlich schon vor seiner Geburt. Der Stammbaum seiner Familie weist auf väterlicher Seite seit 150 Jahren ausschließlich Musiker auf, viele davon waren Organisten. Die Ausbildung in seiner Jugendzeit führte ihn über Eisenach, Ohrdruf und Lüneburg zu seiner ersten Organistenstelle nach Arnstadt, einer kleinen Stadt am Rande des Thüringer Waldes. Als achtzehnjähriger nahm er als offizieller Prüfer die Orgel in der dortigen Neuen Kirche ab und erhielt dafür vier Taler. Im darauffolgenden Monat wurde Bach fest angestellt. Er blieb fast vier Jahre in Arnstadt und die Dokumente dieser Zeit belegen den eigensinnigen Charakter des jungen Mannes. Mehrfach wurde Bach von seinem Anstellungsträger zu unterschiedlichen Vorfällen vernommen. Mal lies er eine "frembde Jungfer" zu sich auf die Orgelempore, ein anderes mal hielt er sich einen Schüler, den er zuvor als "Zippelfagottisten" bezeichnet hatte, mit einem Degen vom Leibe und sein vielleicht größtes Vergehen war ein viermonatiger Sonderurlaub, der jedoch nur für vier Wochen genehmigt worden war. Ein Protokoll des Konsistoriums bezieht sich auf jene Abwesenheit und überliefert uns außerdem interessante Hinweise zu Bachs Orgelspiel:

Actum den 21. Februar 1706
Wird der Organist in der Neuen Kirchen Bach vernommen, wo er unlängst so lange geweßen, und bey wem er deßen verlaub genommen?
Jener: Er sey zu Lübeck geweßen umb daselbst ein und anderes in seiner Kunst zu begreiffen, habe aber zu vorher von dem Herrn Superintendenten verlaubnüß gebethen.
Superintendent: Er habe nur auf 4. Wochen solche gebethen, sey aber wohl 4. mahl so lange außenblieben.
Jener: Hoffe, das orgelschlagen würde unterdeßen von deme, welchen er hiezu bestellet, dergestalt seyn versehen worden, daß deßwegen keine Klage geführet werden können.
Wir: Halthen ihm vor daß er bißher in dem Choral viele wunderliche variationes gemachet, viele frembde Thone eingemischet, daß die Gemeinde drüber confundiret worden. Er habe ins künfftige wann er ja einen tonum peregrinum mit einbringen wollte, selbigen auch außzuhalten, und nicht zu geschwinde auf etwas anderes zu fallen, oder wie er bisher im brauch gehabt, gar einen Tonum contrarium zu spiehlen. Nechst deme sey gar befrembdlich, daß bißher gar nichts musiciret worden, deßen Ursach er geweßen ...
Schüler Rambach: Der Organist Bach habe bißhero etwas zu lang gespiehlet, nachdem ihm aber vom Herrn Superintendenten deswegen anzeige beschehen, währe er gleich auf das andere extremum gefallen, und hätte es zu kurtz gemachet.

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