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Montag, 14. Oktober 2019

Johann Sebastian Bach

Präludium und Fuge in Es-Dur


Bach reiste nach Lübeck, um den dortigen Organisten der Marienkirche, den berühmten Dietrich Buxtehude, zu hören. Neben dem Orgelspiel des damals fast siebzigjährigen Meisters interessierte sich Bach sicher auch für die Abendmusiken. Dabei handelte es sich um öffentliche Kirchenkonzerte, die weit über Lübeck hinaus bekannt waren. Diese Abendmusiken fanden jedoch erst in der Adventszeit statt und so blieb Bach länger als vorgesehen und riskierte eine Kündigung. Den mühsamen Weg in die Hansestadt hatte er zu Fuß zurückgelegt und wollte anscheinend nicht eher nach Arnstadt zurückkehren, bis er genug gesehen und gehört hatte.

Bachs Orgel in der Neuen Kirche zu Arnstadt
Bachs Orgel in der Neuen Kirche zu Arnstadt

Nach weiteren Anstellungen als Organist in Mühlhausen (Thüringen) und Weimar wird Bach schließlich Thomaskantor in Leipzig. Sein Stil hat sich inzwischen entwickelt, er ist individueller geworden, nachdem er sich in seinen früheren Werken vor allem an der Norddeutschen Orgelschule orientiert hatte. Zu seinen bedeutendsten Schöpfungen für die Orgel zählt der Dritte Teil der Clavierübung . Dieser Zyklus wird durch das majestätische Präludium in Es-Dur eröffnet und durch die Fuge in der gleichen Tonart abgeschlossen. Dazwischen finden sich 21 Choralbearbeitungen über "Catechismus- und andere Gesaenge" sowie vier Duette, die nur auf dem Manual gespielt werden. Die Abfolge der Gesänge deckt sich ungefähr mit dem Messordinarium, wobei protestantisches Liedgut die einzelnen Sätze der Messe ersetzt. Dazu kommen noch Vertonungen, die zwar nicht zum Messordinarium gehören, aber dennoch Bestandteil des Gottesdienstes sind. Hierzu zählt zum Beispiel das "Vater unser", das Luther umdichtete und für das er selbst eine Melodie schuf, die Bach in der kunstvollen Choralbearbeitung "Vater unser im Himmelreich" verwendet. Aufgrund der Bezüge zum Messordinarium wurde der Dritte Teil der Clavierübung auch oft als "Orgelmesse" bezeichnet, obwohl die Bezeichnung nicht ganz zutreffend ist. In Orgelkonzerten ist es heute üblich, die beiden Rahmenstücke isoliert aufzuführen. Auch als Einzelsätze erscheinen sie in manchen Programmen - so auch im Orgelkonzert, das Felix Mendelssohn Bartholdy zugunsten eines Bachdenkmals in Leipzig gab, in dem er nur die Fuge spielte. Bach veröffentlichte alle Teile der Clavierübung im Eigenverlag und übernahm den in Kupfer gestochenen Notendruck selbst. Hier die erste Seite des Präludiums:

Erstdruck des Dritten Teils der Clavierübung (1739)
Erstdruck des Dritten Teils der Clavierübung (1739)

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