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Mittwoch, 19. September 2018

Guillaume de Machaut

La Messe de Nostre Dame

Bei der Messe de Nostre Dame handelt es sich um ein Werk, das trotz seiner überragenden musikgeschichtlichen Bedeutung bisher nur einem kleinen Publikum bekannt ist. Dabei stellt diese Vertonung des Messordinariums ein Bindeglied zwischen unserer heutigen Musik und den alten aus der Antike überlieferten Grundlagen dar.


Im alten Griechenland entstand das diatonische Tonsystem, das zur Grundlage unserer Musikkultur wurde und von den frühen Christen, die seit dem Mailänder Edikt von 313 ihre Religion frei ausüben durften, für sakrale Gesänge übernommen wurde. Jahrhundertelang wurde in der Kirche lediglich einstimmig gesungen. Um 600 verlangte Papst Gregor I. eine Ordnung der alten römischen Melodien und eine einheitliche Liturgie für das ganze römische Westreich. Noch heute wird der nach ihm benannte Gregorianische Choral in der katholischen Kirche von der sogenannten Schola cantorum gesungen. Ab dem 9. Jahrhundert entwickelt sich ausgehend von improvisierten Verzierungen der Choralmelodie die Mehrstimmigkeit. In Frankreich kam es in Limoges (St-Martial) und später in Paris (Notre-Dame) zu einer ersten Blütezeit der mehrstimmigen Komposition. Einige Klöster unterhielten Sängerschulen und pflegten die geistliche Musik in Gesängen wie dem Organum, dem Conductus oder der Motette, die zu den typischen Gattungen der Ars antiqua (ca.1240-1320) wurden. Da Frauen damals gemäß der Forderung des Apostels Paulus in der Kirche zum Schweigen verpflichtet waren, wurden alle Stimmen von Männern gesungen: Die tiefste Stimme war der Tenor, der eine Choralmelodie in lang ausgehaltenen Tönen sang (lat.: tenere = halten). Darüber lag eine zweite als Duplum bezeichnete Stimme, die auch motetus genannt wurde, weil sie einen weiteren zum Choral hinzugedichteten Text besaß (frz.: mot = Wort). Die dritte und höchste Stimme hieß Triplum und war durch einen bewegten Dreierrhythmus gekennzeichnet. Als später der Vokalsatz vierstimmig wurde, trat entweder eine höchste (Quadruplum) oder tiefste Stimme (Contratenor) hinzu.

1322 erschien das Traktat Ars nova des bedeutenden Komponisten und Musiktheoretikers Philippe de Vitry, das der folgenden Epoche (ca.1320-1380) ihren Namen gab. Zusammen mit Vitry wurde Guillaume de Machaut zum wichtigsten Vertreter dieser neuen Kunst, die sich vor allem der weltlichen Musik zuwandte. 1325 richtete sich Papst Johannes XXII. von Avignon aus mit der Bulla Docta Sanctorum gegen die Ars nova und drohte mit Strafen, falls diese Musik in der Kirche aufgeführt werden sollte.

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