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Sonntag, 26. Januar 2020

Musik-Lexikon

Concerto grosso

Tutti-Apparat eines Orchester

ital. für "großes Ensemble": Begriff für den Tutti-Apparat des Orchesters, der blockweise abwechselnd mit einer opponierenden, "Concertino" genannten Solistengruppe musiziert. Während "concertare" im Italienischen "versammeln, vereinigen" bedeutet und der Begriff "concerto" dementsprechend in Italien vor 1650 alle möglichen Arten von Ensemblebildung umfasst, setzte sich in Deutschland schon früh ein vom lateinischen her geprägtes Verständnis ("concertare" = "wetteifern") durch, so dass man unter "Konzert" einen Wettstreit zwischen Einzelsolist bzw. Solistengruppe und Tutti verstand ("concertierender Stil"). Durch die Venezianische Doppelchörigkeit Gabrielis und Monteverdis (Marienvesper) war das dialogische Musizieren entscheidend geprägt worden. "Konzerte" konnten in frühbarocker Zeit sogar Geistliche Chormusik bezeichnen (Schütz: "Kleine Geistliche Concerte"), bezeichneten aber im späten 17. Jahrhundert auch in Italien nur noch instrumentale Musizierformen. Die italienischen Hauptrepräsentanten des Concerto grosso, Corelli und Vivaldi, übten einen starken Einfluss auf Bach ("Brandenburgische Konzerte"), Händel sowie eine Vielzahl weiterer Komponisten des Hochbarock aus. Abgelöst und im Dualismus der thematischen Arbeit aufgehoben wurde der italienische Konzerttypus im 18. Jahrhundert durch das klassische Solokonzert (vorgeprägt bei Tartini) und die klassische Sinfonie.


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