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Freitag, 19. Juli 2019

Musik-Lexikon

Barock

vorklassische Epoche zwischen 1600-1740

abgeleitet von italienisch "barocco" = "schiefrund": "verschroben". Zunächst spöttischer Epochebegriff für die Zeit zwischen 1600 und 1740 ("Generalbasszeitalter"), erst ab 1880 kunstgeschichtlich positiv gewendet. Dank der Entwicklung der Monodie in italienischer dramatischer Musik wurde die ausdrucksvolle (Melodie-) Oberstimme zum tragenden Vermittler menschlicher Affekte, die die Musik darstellen sollte ("cantare con affetto", mit dem Ziel, "di muovere l´affetto dell´animo" - gefühlvoll singen, um die Gemüter zu bewegen: Caccinis grundlegende barockästhetische Florentiner Ästhetik von 1601). Folgerichtig wurde in einer Vielzahl systematischer Figuren- und Affektenlehren eine nahezu lückenlose musikalische Rhetorik formuliert. Aus dem formalen Grundprinzip des Konzertierens entstanden bedeutende Gattungen wie Solo- und Ensemblekonzert (concerto grosso), im geistlichen Bereich Oper, Oratorium und Kantate. Überlieferte polyphone Techniken wurden in der Fuge zu höchster Vollendung gebracht. In Deutschland ging als Höhepunkt aus der Kombination von Polyphonie und Mondodie das Werk Schütz´, Buxtehudes und Bachs hervor. Im europäischen Ausland ragen - stellvertretend für eine unüberschaubare Vielzahl großer Musiker - Gabrieli, A. und D. Scarlatti, Vivaldi, Couperin, Lully, Rameau, Purcell und Händel heraus. In bewusster Abkehr vom kontrapunktischen, "gelehrten Stil" leitete die Generation der Bach-Söhne den Übergang zur (Mannheimer) Vorklassik und schließlich zur Wiener Klassik ein.


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