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Samstag, 18. Januar 2020

Musik-Lexikon

Air de cour

Liedform des frühen 16. Jahrhunderts

Diejenige homophone (in Frankreich auch mehrstimmige) Form des "Air", d. h. einer weltlichen Chanson mit melodisch führender Oberstimme, die Mitte des 16. Jahrhunderts durch sehr eingängige Lieder mit Lautenbegleitung abgelöst wurde. Der Name geht auf die Lautenliedersammlung "Airs de cour" von Le Roy/ Ballard aus dem Jahr 1571 zurück. Über das "Air" genannte Episodenstück im Ballet de cour (höfisches Ballett) gelangte das anfangs ganz schlicht-volkstümliche Lied als hochstilisiertes - aber auffallend melodisch geprägtes - Instrumentalstück in barocke Suiten (J. S. Bach, Händel). Sonderformen bilden das Air à boire (populäres Lautenlied auf Liebesgedichte), Air sérieux (kunstvolles Lautenlied, teilweise in Dialogform) und Air spirituel (geistliches Lied).


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