> > > > > 16.11.2016
Montag, 22. April 2019

Buchbinder spielt Beethoven in Hamburg

Die zwei Bs

Auch wenn der im Dezember 70 Jahre jung werdende Rudolf Buchbinder am Flügel ein breites Repertoire pflegt - mit Ludwig van Beethoven ist er doch ewig verbunden. Der seit einem halben Jahrhundert auftretende Klavierspieler lässt dabei kaum Abnutzungserscheinungen erkennen. Sicher ist in irrem Tempo auf dem Höhepunkt der Durchführung des Kopfsatzes der "Waldstein-Sonate" mal ein Verspieler drin. Sicher klingt ein zu spät einsetzender Akkord in der "Pathetique" auch mal nicht nur nach einer kunstvollen Verzögerung. Doch das alles nimmt man nach wie vor nur allzu gerne in Kauf, wenn dafür das tausend Mal Gehörte live im Konzert plötzlich wieder neu klingt, als hätte es Beethoven gerade frisch improvisiert oder als hätte er es sich gerade nach Monaten harter Arbeit abgerungen. Das Schöne ist ja, dass die scharfen Widersprüche und Kontraste dieses Komponisten bei Buchbinder alle zusammen ein Ganzes bilden: manische Verspieltheit im 'Scherzo' der G-Dur-Sonate op. 14 Nr. 2; strukturierte Improvisation im Finale der "Waldstein"-Sonate; witziger Ernst im 'Allegretto'-Trio der "Mondscheinsonate". Und in all dem eine komponierte Motorik, die Buchbinder durch seine extrem gewandte Agogik immer wieder urplötzlich aushebelt, um einem dem Boden zu entziehen, nur um ihn Sekundenbruchteile wieder unterzuschieben.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Klavierabend: Rudolf Buchbinder

Ort: Laeiszhalle,

Werke von: Ludwig van Beethoven

Mitwirkende: Rudolf Buchbinder (Solist Instr.)

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